Moers: Internationaler Kulturkreis Moers feiert 40-jähriges Bestehen

Moers: Internationaler Kulturkreis Moers feiert 40-jähriges Bestehen

Der Internationale Kulturkreis Moers (IKM) wird 40 Jahre alt, und das wird gefeiert. Zum offiziellen Festakt am Samstag, 23. Juni, im Martinstift werden Landrat Ansgar Müller und Bürgermeister Christoph Fleischheuer Grußworte sprechen.

Aus Düsseldorf kommt die Staatssekretärin für Integration, Serap Güler, um im Namen der Landesregierung Nordrhein-Westfalen zu gratulieren

Hartmut Hohmann und Rainer Tyrakowski-Freese sind Gründungsmitglieder und Initiatoren der ersten Stunde. In Meerbeck, am Eupener Platz, standen sie jetzt vor der Kamera von Mustafa Gülec, der zur Jubiläumsfeier einen kleinen Film zur Geschichte des IKM dreht. "1978 war die Stadt noch vom Bergbau geprägt, die Schornsteine qualmten noch und aus Norditalien, aus dem Mezzogiorno aus Sardinien, später aus Spanien aus Andalusien, dann aus der Türkei von der Schwarzmeerküste kamen jungen Männer, um hier bei uns im Bergbau zu arbeiten. Sie holten ihre Familien nach und fanden in Meerbeck günstigen Wohnraum und eine neue Heimat", erinnert sich Tyrakowski-Freese.

"Als wir anfingen, über einen internationalen Kulturkreis nachzudenken, hatte hier jede Nationalität ihren eigenen Verein, man lebte nebeneinander her, obwohl man jeden Tag nebeneinander im Bergwerk einfuhr", ergänzt Hohmann. "Unser Ziel war es nicht, etwas für die Gastarbeiter zu machen, sondern mit ihnen. Uns war doch klar, dass die sogenannten Gastarbeiter hier bei uns ihre neue Heimat gefunden hatten."

Einen Ausländerbeirat, die enge Verbindung in die kommunale Politik, gab es damals noch nicht. "Tullio Virdis, der erste Vorstandsvorsitzende des neugegründeten internationalen Vereins, war damals die treibende Kraft, eigentlich hätte schon längst eine Straße nach ihm benannt werden müssen", sagt Rainer Tyrakowski-Freese.

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"Wir haben damals, glaube ich, das erste Straßenfest überhaupt auf die Beine gestellt - mit dem ersten Dönerstand hier am Eupener Platz. Die Leute standen die ganze Straße runter Schlange", erzählt Hohmann. "Zu unseren Straßenfesten hier kamen 10.000 Besucher, die Bläck Fööss waren hier, wollten nur 45 Minuten spielen, spielten natürlich viel länger und stellten ihre Anlage den ganzen Tag bis weit über Mitternacht hinaus auch allen anderen zur Verfügung."

Heute schaut der Verein auf 40 Jahre zurück. Pünktlich zum Jubiläum hat der Vorstand um Cemil Mayadali und Mohammad Ejaz Malik auch den Generationswechsel eingeleitet und Özgür Ucak für den Vorstandsmitglied gewinnen können. Ucak ist in Meerbeck und im IKM groß geworden ist. Ob der IKM heute noch gebraucht wird? "Wieder erleben wir, dass gegen Volksgruppen, gegen Flüchtlinge pauschal gehetzt wird, das sie verantwortlich gemacht werden, für alles was angeblich schief läuft, das Ängste vor Überfremdung, Hass zwischen den Religionen geschürt wird", sagt Cemil Mayadali. "Der IKM wird wie eh und je gebraucht, bei uns wird nicht übereinander, sonder miteinander geredet und miteinander gefeiert, so soll es auch die nächsten 40 Jahre sein."

Ein großes Festprogramm haben die Organisatoren um Emine Yilmaz zusammen gestellt. Der Konzerpianist Mark Möllenbruck spielt zu Ehren des IKM Schumanns "Kinderszenen" op.15, aus Köln kommt der Kabarettist Fatih Cevikkollu (Foto) mit Auszügen aus seinem Programm "Fatihmorgana", den Festvortrag hält Prof. Dr. Nivedita Prasad.

Beginn ist am Samstag um 14 Uhr, Einlas ab 13.30 Uhr.

(RP)