Inklusion beim Aktionstag in Moers

Inklusion beim Aktionstag in Moers: Publikum ruft, Darsteller spielen die Szene

 „Wir sind Gesellschaft“ hieß der Aktionstag zum Thema Inklusion. Ein Bühnenprogramm, Gespräche und Infos lockten ins Hanns-Dieter-Hüsch-Bildungszentrum.

Ob Schnupperkurs in Gebärdensprache, Spiel- und Bastelaktionen, eine Aufführung von Kindern der Integrativen Tagesstätte St. Martin oder Gespräche mit Fachleuten: Die fünf Stunden waren abwechslungsreich. Zwei Gebärdensprachdolmetscher waren dabei, damit auch Gehörlose die Reden verstehen konnten. Teilnehmer der Caritas Wohn-und Werkstätten Niederrhein (CWWN) übersetzten ein Lied in Gebärdensprache. Schon seit Jahren treffen sich einige von ihnen regelmäßig zum Üben der Deutschen Gebärdensprache.  „Mir macht das Spaß“, sagen zwei der Frauen gleichzeitig. Der CWWN informierte auch über Hilfsmittel für die Verständigung, unter anderem elektronische Kommunikationshilfen. „Schreiben Sie ein Wort auf und wir zeigen Ihnen die Gebärde“, wurden die Besucher aufgefordert.

Auf der Bühne im Foyer zeigte der Kabarettist Rainer Schmidt Auszüge aus seinem Programm. Die Theatergruppe des Johann-Heinrich-Wittfeld-Wohnverbundes unterhielt mit Improvisationstheater. Man merkte sofort, mit wie viel Elan die Darsteller dabei waren. Auf Zuruf aus dem Publikum stellten sie kurze Spielszenen dar. Die Teilnehmer üben regelmäßig und treten bei öffentlichen Veranstaltungen auf.

Der ehrenamtliche Vorsitzende des Betreuungsvereins der Diakonie, Dietrich Mehnert, lobte die Idee des Aktionstages:  „Einmal ist es das Anliegen, sich zu präsentieren und der Gesellschaft die Aktivitäten der Gruppen zu zeigen. Es geht aber auch darum, neue Kontakte knüpfen.“ Der Betreuungsverein berät, wenn eine gesetzliche Betreuung, eingeschaltet wurde oder in die Wege geleitet werden soll. „Wir wollen Menschen Know-How bieten, die mit ehrenamtlicher Betreuung zu tun haben“, sagt er.  Peter Berger von der Behindertenhilfe der Grafschafter Diakonie ist vorrangig für den Bereich Wohnen und Leben in stationärer Einrichtung zuständig. In drei Häusern betreue man in Moers Menschen, die so stark in ihrer Lebensführung beeinträchtig sind, dass sie nicht alleine wohnen können. Viele von ihnen seien zum Aktionstag gekommen. Er freue sich besonders über die Möglichkeit, die Arbeit bei dem Aktionstag vorstellen zu können. Es habe am Vormittag auch schon Gespräche mit Interessierten gegeben. So könne man informieren und Hemmschwellen abbauen. Eine Besucherin war erstaunt über die Vielfalt der Angebote. Sie habe beispielsweise gar nicht gewusst, dass es eine Anlaufstelle für demenzkranke Gehörlose gibt.

„Ich war erfreut über die hohe Resonanz“, sagte Kirsten Wortmann, Behindertenkoordinatorin der Stadt Moers. Der Tag der Begegnung für Menschen mit und ohne Behinderung sei von vielen positiv angenommen worden. Man habe nicht nur dazu beigetragen, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Auch die Aussteller konnten neue Kontakte knüpfen. Man könne sich vorstellen, den Aktionstag zukünftig durchzuführen. Wegen der umfangreichen Vorbereitung sei dies allerdings frühestens in zwei Jahren möglich.

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