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Moers: Ingo Oschmann spielt mit allen Sinnen und den Zuschauern

Moers : Ingo Oschmann spielt mit allen Sinnen und den Zuschauern

Der Zauberkünstler, Comedian und Entertainer besuchte die Grafenstadt, in der er 2009 das Comedy-Arts-Festival moderierte.

Ingo Oschmann kehrte jetzt in die Grafenstadt zurück, wo er 2009 das Comedy-Arts-Festival moderierte. "Das Moerser Schloss war im Hintergrund bunt beleuchtet", erinnerte er sich im Bollwerk. Dann lobte er das Moerser Publikum, das großartig gewesen sei, wie Comedy-Arts-Leiter Holger Ehrich. Anders als vor gut achteinhalb Jahren, hatte er diesmal keine so lange Anreise. Hat der gebürtige Bielefelder doch vor drei Jahren seine Heimatstadt verlassen, um nach Düsseldorf zu ziehen.

Zumindest sagt das der 48-Jährige, der seit 1992 auftritt, um zu behaupten, er stehe seit 28 Jahren auf der Bühne. "Ein Mensch lügt am Tag 250 Mal", unterstreicht der Mann, der sich der "dicke George Clooney" nennt, ohne sich davon auszuschließen. So spielt der Zauberkünstler, Komiker und Entertainer in seinen Programmen mit der Wahrnehmung, auch in seinem aktuellen "Wort, Satz und Sieg!", mit dem er seit Herbst 2014 durch Deutschland tourt.

Dieses Programm sei kein politisches Kabarett, betont er, selbst wenn er in Moers mit zwei politischen Witzen beginnt. "Man kann zu Angela Merkel stehen wie man will", zitiert er seinen Comedyfreund Ingo Appelt. "Aber hochgeschlafen hat sich die Bundeskanzlerin nicht." Auch Donald Trump bekommt sein Fett weg. Sein Fahrer habe auf einer Straße ein Schwein überfahren und sei zu dem Bauern gegangen, um mit einem Schinken zurückzukehren. Vom amerikanischen Präsidenten habe er die Frage gestellt bekommen, wie er das hinbekommen hätte, um diplomatisch zu antworten: "Ich habe ihm gesagt, ich sei Fahrer von Donald Trump und habe das Schwein totgefahren."

Sein Programm sei Stand-Up-Comedy meint Oschmann, der 2003 die erste Sat.1-Casting-Show "Star Search" gewann, um dann vor allem bei Sat.1 auf dem Bildschirm präsent zu sein. Er bindet die Zuschauer mit ein, die sich zum Beispiel durch einen weißen Ball, den sie sich zuwerfen, fangen und weiterwerfen, selbst als Bühnenkandidaten auswählen. Das soll er in den Kindergärten in und um Bielefeld gelernt haben, in denen er nach seinem Abitur seine Karriere begonnen haben soll. Gleichzeitig symbolisiert der Ball das Tennismatch, "mit Spiel, Satz und Sieg", an den er den Namen seines Programmes angelehnt hat, weil es genauso rasant, spannend und ergebnisreich ist, weil es auch mit den Sinnen spielt.

Auf der Bühne lassen sich die Kandidaten "hypnotisieren", wie Ingo Oschmann es nennt, um das Lesen sekundenschnell zu verlernen und wieder zu erlernen. Als zaubernder Comedian hält er ihnen zunächst Kärtchen mit Wörtern hin, die sie laut vorlesen und dann die Zuschauer sehen, um anschließend den Kandidaten lesbaren, aber unaussprechlichen Buchstabensalat zu zeigen, wie Wmyngyxn. Die Zuschauer, von den er sagt, sie hätten ihren Verstand an der Garderobe abgeben, sehen auf einer veränderten Karte "Verstand" stehen, nachdem die Kandidaten sich beim Sprechen verschluckt haben.

Die Kandidaten macht der zaubernde Komiker zu Mitwissern, beispielsweise die, die später aus Kuverts Briefe herausnehmen, um richtig "vorzulesen", welche Farbe das Kuvert und welchen Namen sie haben. Im Bollwerk verrieten sie nichts, auch nicht als 120 Zuschauer bestens unterhalten nach Hause gingen. "Wir dürfen nichts sagen", gaben sie nur Preis, damit die zauberhafte Comedy von Ingo Oschmann nicht ihren Reiz verliert.

(RP)