1. NRW
  2. Städte
  3. Moers

In Moers gibt es noch viele offene Fragen zur Impfpflicht

Vorbereitungen in Moers laufen : Noch viele offene Fragen zur Impfpflicht

Ab dem 1. März müssen Kinder, die in Kitas und Schulen angemeldet werden, gegen Masern geschützt sein. Die genauen Abläufe sind noch nicht geklärt, Kitas und Träger fühlen sich alleine gelassen.

Ab dem 1. März gilt in Deutschland ein neues Gesetz zur Masernimpfung. Das besagt: Alle Menschen, die nach 1970 geboren wurden und in einer Kita, Schule oder ähnlichen Betreuungseinrichtung tätig oder untergebracht sind, müssen künftig einen Impfschutz nachweisen. Die Regel gilt auch für private und kirchliche Einrichtungen. Auf die Leitungen, die Umsetzung kontrollieren sollen, komme damit auch in Moers ein ganzer Batzen zusätzlicher bürokratischer Aufwand neben den erzieherischen Aufgaben zu, sagt jetzt Stadtsprecher Thorsten Schröder. Die genauen Abläufe seien noch nicht geklärt, Kitas und Träger fühlten sich da auch ein Stück weit alleine gelassen, denn Gesundheitsthemen lägen normalerweise nicht in städtischer Hand.

„Aktuell bekommen jetzt in einem ersten Schritt alle Moerser Kita-Leitungen, genauso wie unsere Tagesmütter und -väter, medizinische Schulungen“, sagt Schröder. Dabei gehe es zum Beispiel darum, Impfausweise richtig lesen und verstehen zu lernen. Der Umgang mit Impfverweigern, besonders im Schulbereich, sei dagegen noch offen. Einerseits seien die neuen Bestimmungen klar, andererseits gelte in Deutschland Schulpflicht. Beides unter einen Hut zu bringen, sei dann Sache des Kreisgesundheitsamts, das im Zweifel auch über die Bußgelder verfügt.

Bis zu 2500 Euro Bußgeld drohen, wenn Eltern der Impfpflicht für ihre Sprösslinge nicht nachkommen. Und: Auch die Leitungen von Kitas und Schulen können belangt werden, wenn sie sich weigern, die Vorschriften zu beachten.

 „Die Gesetzentscheidung ist noch relativ frisch“, erklärt Kreissprecherin Anja Schulte. Eine Arbeitsgruppe berate gerade, wie die genaue Umsetzung vor Ort laufen soll und auch, welchen Bedarf es am Ende wirklich gibt. Fest steht derzeit nur: Kinder, die künftig an einer Tagesstätte oder einer Schule angemeldet werden, müssen geimpft sein. Für Kinder und Jugendliche, die bereits in den Einrichtungen betreut beziehungsweise unterrichtet werden, gibt es hingegen eine Übergangsfrist. Dort haben die Eltern anderthalb Jahre lang Zeit, die Impfung nachholen zu lassen.

Hintergrund sind sinkenden Zahlen bei den Impfungen in den vergangenen Jahren. Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten. Laut Bundesgesundheitsministerium wurden europaweit im Jahr 2018 12.352 Fälle gemeldet.