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Illegales Autorennen in Moers: Mordprozess im Februar

Kriminal-Rückblick 2019 : Illegales Autorennen in Moers: Mordprozess im Februar

Mehrere Kriminalfälle hielten die Stadt Moers und die Nachbarkommunen 2019 in Atem. Der Prozess um das illegale Autorennen auf der Bismarckstraße in Moers, bei dem im April eine 43 Jahre alte Frau ums Leben kam, soll am 10. Februar beginnen. Andere Verfahren sind in der Zwischenzeit bereits abgeschlossen. Sie endeten mit Gerichtsurteilen und Haftstrafen für die jeweiligen Angeklagten.

Ein tragischer Fall beschäftigt die Grafenstadt seit April. Am Ostermontag geriet eine 43 Jahre alte Moerserin in ein vermutlich illegales Autorennen. Den Ermittlungen zufolge hatten sich ein damals 21-Jähriger und ein 22-Jähriger ein Rennen auf der Bismarckstraße geliefert.

Der 21-jährige Raser soll den Unfallwagen, einen 612 PS starken Mercedes AMG, auf rund 167 Stundenkilometer beschleunigt haben. Das ist mehr als das Dreifache der dort erlaubten Geschwindigkeit. Während des Rennens soll er versucht haben, den Range Rover des 22-Jährigen zu überholen; dabei soll er auch auf der Gegenfahrbahn gefahren sein. Die 43-Jährige wollte währenddessen von der Donaustraße in die Bismarckstraße fahren. Beim Abbiegen wurde ihr Kleinwagen von dem Mercedes erfasst. Er prallte gegen ein geparktes Fahrzeug und einen Baum. Die Frau wurde aus dem Fahrzeug geschleudert, ein Reserverad ihres Wagens flog durch den Aufprall 105 Meter weit gegen eine Garage und hätte dabei beinahe eine andere Frau am Kopf getroffen. Die hatte sich jedoch gerade zu ihrem Hund heruntergebeugt und konnte der Kollision mit dem Reifen so entgehen. Die 43-Jährige hatte weniger Glück. Sie wurde vor Ort von Ersthelfern versorgt und ins Krankenhaus gebracht. Dort starb sie einen Tag später. Die Anteilnahme in Moers – vor allem im Stadtteil Meerbeck – war danach groß.

Die Anklage gegen den mittlerweile 22 Jahre alten Unfallfahrer, der sich der Polizei stellte, nachdem diese einen Haftbefehl gegen ihn erlassen hatte, lautet auf Mord. Der Fall zog Diskussionen über Mittel gegen Raser und illegale Autorennen nach sich. Tempo 30 auf der Bismarckstraße war eine der daraus resultierenden Forderungen.

Anfang Oktober wurden die Ermittlungen abgeschlossen und Anklage erhoben. Der Prozess soll am 10. Februar starten. Der Mercedes-Fahrer wird wegen Teilnahme an einem illegalen Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge und Mord angeklagt. Dem Fahrer des Range Rovers wird ebenfalls die Teilnahme an einem illegalen Autorennen mit Todesfolge vorgeworfen.