Illegales Autorennen in Moers: Bei Unfall verletzte Frau gestorben

Illegales Autorennen : Frau stirbt nach Raser-Unfall in Moers - Täter weiter flüchtig

Drei Tage nach einem schweren Unfall in Moers-Meerbeck ist die dabei lebensgefährlich verletzte Frau gestorben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist der flüchtige Fahrer immer noch nicht ermittelt.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten, starb die 43-Jährige am Donnerstag. Sie war am Ostermontag auf der Bismarckstraße in Moers unterwegs. Ein Fahrer eines Autos, der offenbar an einem illegalen Autorennen beteiligt gewesen war, geriet in den Gegenverkehr, wo er mit großer Wucht mit dem Auto der Frau zusammenstieß. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist der flüchtige Fahrer immer noch nicht ermittelt.

Nach dem schweren Unfall sucht die Polizei weiterhin eine Erst-Helferin, die am Ostermontag, 22. April, gegen 21.50 Uhr dem damals lebensgefährlich verletzten Unfallopfer geholfen hat. Die Zeugin soll zuvor im Bereich der Bahngleise mit einem Kleinwagen hinter einem weißen Range Rover unterwegs gewesen sein. Die Unbekannte wird gebeten, sich beim Duisburger Kriminalkommissariat (KK) 11 unter Telefon 0203 280-0 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.

Zeugen hatten berichtet, dass die am Donnerstag verstorbene Frau beim Abbiegen auf der Kreuzung Bismarckstraße/Donaustraße mitten in ein illegales Autorennen geriet. Die Unfallverursacher, die mit stark motorisierten Autos unterwegs waren, sollen mit hohem Tempo durch Meerbeck gerast sein. Ein Wagen soll dabei auf der Fahrspur des Gegenverkehrs gefahren sein. Anhand des Kennzeichens konnten die Halter ermittelt werden. Die Duisburger Mordkommission hat nun die Aufgabe zu ermitteln, wer tatsächlich hinter dem Steuer saß. Zwei Duisburger, jeweils 22 Jahre alt, wurden am Dienstag vorläufig festgenommen und verhört – dann aber wieder auf freien Fuß gesetzt. Wie unsere Redaktion erfuhr, leugnen die Halter, gefahren zu sein.

Die Unfallstelle an der Kreuzung Donau-/Bismarckstraße. Foto: Polizei Duisburg

Das mutmaßliche Rennen in Moers erinnert an andere Fälle - etwa an die sogenannten Kudamm-Raser in Berlin. Die beiden Männer waren im Februar 2016 über den Kurfürstendamm gerast, ein unbeteiligter 69-Jähriger kam dabei ums Leben.

Das Berliner Landgericht verurteilte die Männer im März 2019 wegen Mordes zu lebenslanger Haft. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Fahrer den Tod des Rentners billigend in Kauf nahmen. Die erste Verurteilung hatte der Bundesgerichtshof aufgehoben.

(mit siev/dpa)
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