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Karneval in Moers: Humorica: So feiern die Damen und die Herren

Karneval in Moers : Humorica: So feiern die Damen und die Herren

Erstmals lud die Karnevalsgesellschaft nicht in die Halle Adolfinum ein. Die getrennten Sitzungen fanden im Haus Engeln statt.

Die Damen: Schunkeln mit Federboa und kessem Hütchen auf dem Kopf

Kesse Hütchen, Katzenohren, Wuschelperücken und Federboas, die Damensitzung der Moerser Karnevalsgesellschaft "Humorica" am Samstag war so bunt wie immer, und auch die Stimmung ließ nichts zu wünschen übrig. Der einzige Unterschied war, dass sie diesmal "Damen-Party hieß und nicht wie gewohnt in der großen Adolfinum-Halle, sondern in der viel kleineren Asberger Gaststätte "Zum Burgfeld" stattfand. Doch davon ließen sich die rund 200 Närrinnen nicht die Laune verderben. Im Gegenteil.

Schon bevor Reiner Schmitz vom "Humorica"-Elferrat die Party um 19.30 Uhr offiziell für eröffnet erklärte, wurde vor der Bühne bereits fleißig getanzt, und der Saal summte nur so vor weiblicher Kommunikationsfreude. Die ließ auch während des abwechslungsreichen Unterhaltungsprogramms nie so ganz nach und machte es für einige Künstler wie den witzigen Büttenredner Jo Busch und das Krefelder Kabarett-Duo "Matta & Lisbeth" nicht immer ganz einfach, dagegen anzukommen. Prinzessin Birgit II., der weibliche Teil des derzeit amtierenden Grafschafter Prinzenpaares und selber Mitglied bei "Humorica", hatte dagegen bei ihrer Stippvisite mit Prinz Enno I. keine Schwierigkeiten. "Du sagst jetzt gar nichts. Heute gehört das Wort hier den Frauen", erklärte sie ihrem prinzlichen Gatten und gab das Mikrofon erst bei ihrer gemeinsamen Gesangs- und Tanzeinlage wieder aus der Hand. Ihr Auftritt machte den Frauen im Saal sichtlich Spaß.

Die eindeutig beste Unterhaltung boten jedoch die Elferratsmitglieder der "Humorica" mit einer Schlager-Playbackshow, bei der sich die Herren unter anderem als Sängerin Michelle im roten Lackledermini, als Heino mit schwarzer Brille sowie als fröhliche bayrische Tanztruppe in Lederhosen und Dirndl und als poppig aufgemotztes ABBA-Quartett präsentierten.

Die Herren: Erst drinnen die Polonaise, dann draußen die Zigarette

Programm und Stimmung "fett" - Besuch mager: So lässt sich die Bilanz der Herrenparty der Humorica beschreiben. Waren im letzten Jahr noch 450 Narren gekommen, waren es gestern nur 170. Zum einen lag das an der neuen Räumlichkeit. 2013 ging die Herrenparty, die einer Herrensitzung ohne Nummerngirl und Stripperin gleicht, noch in der Mehrzweckhalle am Adolfinum über die Bühne. Der schwache Besuch war sicherlich aber auch dem Rauchverbot geschuldet, das seit gut acht Monaten gilt.

Einige Karnevalisten kommen eben nicht mehr, wenn sie sich bei Party und Bier keine Zigarette mehr anstecken dürfen. Und von denen die kommen, sind immer einige draußen, um blauen Dunst zu erzeugen, was nicht förderlich für die Stimmung im Saal ist. Bei der Herrenparty waren es bis zu zehn Jecken, die qualmend vor der Tür zum Parkplatz standen.

Trotzdem wurde gestern richtig gefeiert. Nachdem Elferratsmitglied Gerd Märtens die Narren begrüßt hatte, zeigte die große Garde der Humorica ihr Können, wobei für einige Figuren eine höhere Decke als im Saal des Hauses Engeln besser gewesen wäre. Franz-Josef Bienentreu aus Walsum teilte als Postbote aus und erzählte Anekdoten aus seinem Leben als Gelb-Schwarzer, was sehr gut bei den Narren ankam. Eine 20-köpfige Abordnung des Musikcorps Hohenbudberg heizte kräftig mit kölschen Karnevalslieder ein, während die Jecke mitklatschten.

Höhepunkt der Herrenparty war der Auftritt von Max Kalenberg als singender Landmetzger. Der Mann aus Rheinbach, das bei Köln liegt, unterlegte Evergreens aus Schlager und Pop mit Versen über bekannte Persönlichkeiten, beispielsweise Angela Merkel, Peer Steinbrück oder Uli Hoeneß. Besonders stark war seine zweideutige Nummer als US-Sänger Joe Cocker mit dem Song "You are Beautiful".

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