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Moers: Humorica ist um zwei Senatoren reicher

Moers : Humorica ist um zwei Senatoren reicher

Gerd Hübsch (Grafschaft Moers) und Schausteller Roman Haid die neuen Senatoren der Moerser Karnevalsgesellschaft.

Kunstvoll gefaltete, weiße Servietten auf weißen Tischtüchern, dazwischen dekorativ verteilt eine Handvoll roter Rosenblätter, und all das bestrahlt von glänzenden Kronleuchtern. Wenn die Moerser Karnevalsgesellschaft "Humorica" alljährlich im Saal des Martinstiftes ihre neuen Senatoren ernennt, ist das stets eine sehr feierliche Angelegenheit. So auch an diesem Samstag. Die Damen kamen in festlichen Roben, die Herren in Schwarz, oder wenn sie bereits zum erlauchten Senatorenkreis gehörten, natürlich in weißen Jacketts mit roten Fliegen.

Rund 70 Gäste waren an diesem Abend der Einladung von Humorica-Präsident Lothar Eichner und Senatorensprecher Eckhard Brotte gefolgt, um den Elektro-Installateur und Schausteller Roman Haid und den Geschäftsführer der Siedlungs- und Wohnungsbaugesellschaft "Grafschaft Moers" Gerd Hübsch als neue Humorica-Senatoren willkommen zu heißen.

Der Vorschlag zur Ernennung von Roman Haid stammte von dessen langjährigem Freund und Schaustellerkollegen Dirk Aberfeld, der für Gerd Hübsch vom Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Niederrhein Guido Lohmann. Beide gehören seit vielen Jahren schon zur Senatorenschaft der grün-roten Moerser Karnevalisten. Eine Zugehörigkeit, um die man sich nicht selber bewerben kann, sondern die nur auf Vorschlag und mit der Zustimmung aller bereits ernannten Mitglieder möglich ist. So besagt es das Reglement. Eine weitere Regel ist es außerdem, dass derjenige, der einen Kandidaten vorschlägt, bei dessen Ernennung auch die Laudatio zu halten hat.

Das war in diesem Fall als erster Dirk Aberfeld. "Ihr seid es ja von mir gewohnt, dass ich mich kurz fasse", begann er seine Rede und hielt diese Ankündigung anschließend auch ein. In knapp fünf Minuten erfuhren die anwesenden Gäste unter anderem, wie der 1967 in Duisburg geborene Roman Haid auf Bitte seines Freundes einst spontan als Fahrer für den Gesellschaftswagen der "Humorica" eingesprungen und dadurch zu einem begeisterten Karnevalisten geworden war. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, bei der "Humorica" auch Senator zu werden, hatte er allerdings zunächst erst vorsichtig reagiert: "Was muss man da denn machen?" "Nichts, nur gut aussehen, und es gibt Bier", hatte Dirk Aberfeld geantwortet und ihn damit gewonnen.

Die Laudatio von Guido Lohmann für seinen Kandidaten Gerd Hübsch fiel dagegen ein wenig länger aus und war schon fast eine kleine Büttenrede. Als Banker mit kommunalwirtschaftlichem Weitblick witzelte er darin im ersten Teil unter anderem über die 20-prozentige Kostensteigerung beim Bau der örtlichen Festivalhalle und über die angeblichen Pläne des neuen Bürgermeisters Christoph Fleischhauer, sich mit Vertretern der roten, grünen und Grafschafter Fraktion auf eine Bildungsreise nach Australien zu begeben, um dort von den Kängurus zu lernen, wie man mit leerem Beutel große Sprünge machen kann. Der zweite Teil seiner Rede war dann aber doch noch eine echte Laudatio.

"Gerd ist trinkfest und feiert sehr gerne", beschrieb Lohmann darin seinen 1958 in Mecklenburg-Vorpommern geborenen, später in Wesel beheimateten Vorschlagskandidaten außerdem als "feinen und verlässlichen Menschen" und guten Zuhörer: "Lieber Gerd, schön, dass Du ab heute einer von uns bist."

(lang)