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Moers: Hörsturz rocken das Bollwerk mit deutschen Texten

Moers : Hörsturz rocken das Bollwerk mit deutschen Texten

Die Veröffentlichung ihres neuen Albums feiern sie mit drei Bands.

Wem am Samstagabend der Sinn nicht nach dem Eurovision Song Contest stand, konnte deutsche Rockmusik im Moerser Jugendkulturzentrum Bollwerk 107 genießen. Die Band Hörsturz Moers stellte dort ihr neues Album "Zu wahr, um schön zu sein" vor. Unterstützt wurde die mittlerweile 22 Jahre alte Band von den drei befreundeten Formationen Düsentrieb, Direkt und Tendenz.

Weil Düsentriebs Bassist ausfällt, wird kurzfristig ein Ersatzmann aufgetrieben, nur anderthalb Stunden liegen zwischen Anruf und Auftritt. Hörsturz' professionelle Meinung: "Er war wirklich gut."

Hörsturz-Schlagzeuger Jörg Gerold, der das "Tier" von den Muppets auf den Unterschenkel tätowiert hat (wegen der behaupteten Ähnlichkeit ihrer beiden Stile), transportiert sein Instrument in einem schwarzen Leichenwagen. Natürlich stellen sie das Album in Moers vor, sagt er, wo sie herkommen und wo ihre Fanbase ist: "Und das Bollwerk ist schon okay."

Der Albumtitel stand fest, bevor die Lieder geschrieben waren, es gibt kein alles überspannendes Thema, erzählt Hörsturz-Sänger Sascha Mürtz. Die Texte seien aber "sozialkritisch und lebensbejahend", "wo Schatten ist, ist auch Licht", bringt er es auf den Punkt. Lebensbejahend, das scheinen auch die Fans so zu sehen. Das Publikum ist gut drauf und geht mit.

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Deutsch sind die Texte nicht nur, weil Mürtz auf Deutsch mehr ausdrücken kann als auf Englisch: "Der Hörer setzt sich so mehr mit den Texten auseinander." Dass der Hörer beim Konzert zur Albumveröffentlichung überhaupt eine CD erwerben kann, freut die Band sehr. Die Produktion der CDs hatte sich bei der Firma verzögert, trotzdem können 100 geliefert werden.

Diese verkauft die Formation Hörsturz in einer "Zahl, was du willst"-Aktion; alles, was über die Selbstkosten hinausgeht, wird an die Aktion Lichtblicke gespendet, die benachteiligte Kinder unterstützt. "Da bricht man sich auch keinen ab, wenn man einmal im Jahr was Gutes tut", sagt der Keyboarder Michael Butzen.

Und das Publikum hat Spaß. Das Fazit eines Hörsturz-Fans: "Nicht die beste Band der Welt, aber die beste aus Moers."

(alli)