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Hochspannungsleitung in Moers: Strommasten höher als die Weißen Riesen

Pläne für Hochspannungsleitung in Moers : Strommasten höher als die Weißen Riesen

Die Bürgerinitiative „Moers unter Hochspannung“ ruft auf, Einwendungen gegen die neue Stromleitung in Utfort einzulegen. Sie präferiert eine Erdleitung.

Zwischen Wesel und Utfort sowie zwischen Utfort und St. Tönis bleibt der Weg der Stromtrasse nahezu der alte. Alles andere ist neu bei der 42 Kilometer langen Trasse. Die Spannung beträgt nicht mehr 220 Kilovolt, sondern 380, um mehr Leistung transportieren zu können. Die Masten sind nicht mehr 35 Meter hoch, sondern 74. Und die Leitungen führen nicht mehr über Schulen und Kindergärten, wie in Utfort über den Kindergarten Bauklötzchen und die Grundschule Regenbogen, sondern nur über unbebaute Flächen.

Seit dem 6. November liegen die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren des Energieunternehmens Amprion öffentlich aus. Bis zum 19. Dezember können Bürger dagegen Einwendungen einlegen. Dazu fordert die Bürgerinitiative „Moers unter Hochspannung“ auf. Am Mittwochabend lud sie in die Regenbogenschule zu einer Bürgerinformation ein, um über das Verfahren zu informieren. „Die Masten sind Türme, zwei Meter höher als die Weißen Riesen in Homberg“, berichtete Bernd Schellen als stellvertretender Vorsitzender der Bürgerinitiative. Sie würden sehr nah an Gebäuden vorbei laufen, zum Beispiel an der Theodor-Heuss-Straße oder an der Straße Hinter dem Acker.

„Wir sind nicht gegen die Energiewende und den Ausbau des Stromnetzes“, unterstrich Vorsitzender Helmut Breitfeld. „Aber an Engstellen, wie in Utfort, hat das Unternehmen Amprion auf Alternativen zu setzen, zum Beispiel Erdleitungen.“ Entsprechend hätten die Bürger Einwendungen einzulegen. Dies sei bis zum 19. Dezember möglich, während die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren im Moerser Rathaus und bei der Bezirksregierung Düsseldorf bis zum 5. Dezember ausliegen würden. „Eine Einwendung kostet kein Geld, nur Mühe“, sagte der Vorsitzende vor 90 Zuhörern. „Jeder selbst ist gefordert.“

Geld koste es erst, wenn eine Einwendung vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt werde. „Seit 2016 kommen Klagen gegen ein Planfeststellungsverfahren in Leipzig vor Gericht“, berichtete Adi Trumpa als stellvertretender Vorsitzender. „Das ist teuer.“ Zu den Einwendungen nehme das Unternehmen Amprion Stellung. Mit diesen Stellungnahmen gehe das Verfahren weiter. Die Bezirksregierung habe zu genehmigen, wenn die Planungen den gesetzlichen Vorschriften entsprechen würden. „Wann das passiert, lässt sich schwer sagen“, meinte am Mittwochabend Adi Trumpa. „Ich denke es wird das Frühjahr 2020 sein.“