Moers/Kamp-Lintfort: Hochschule berät Sozialkaufhaus Tuwas

Moers/Kamp-Lintfort: Hochschule berät Sozialkaufhaus Tuwas

Die Hochschule Rhein-Waal führte unter Studenten und Schlüsselpersonen in den Sozialverbänden eine Umfrage zum Asberger Sozialkaufhaus durch. Das kann sich jetzt besser auf dem Markt positionieren.

Fachübergreifend zu arbeiten, hat sich die Hochschule Rhein-Waal auf die Fahnen geschrieben. Und das gilt tatsächlich für das Projekt, das sieben Studenten und zwei Dozenten aus Kamp-Lintfort gestern der Öffentlichkeit vorstellten – stellvertretend für neun weitere Projekte mit 80 beteiligten Studenten.

Ziel war es herauszufinden, wie bekannt das Asberger Sozialkaufhaus Tuwas am Markt ist, wie es bekannter werden kann und welche Angebote es zusätzlich machen sollte. "Wir sind ein Sozialkaufhaus", erklärte Rainer Tyrakowski-Freese, Vorstand der gemeinnützigen Genossenschaft Tuwas, die in der Nachfolge der einstigen Neuen Arbeit Niederrhein steht. "Wir bieten gute gebraucht und preiswerte Neumöbel sowie Haushaltsgeräte an. Seit Anfang diesen Jahres haben wir geöffnet. Unsere Zielgruppen haben ein sehr geringes Einkommen. Wir haben Hilfe gesucht für eine Bewertung der Marktchancen." Angeleitet von Martin Kaymann, der als Dozent der Hochschule die Idee zu der Zusammenarbeit hatte, stellten sich acht Studenten der Fachbereiche Arbeitspsychologie und International Business dieser Aufgabe. Sie entwickelten zwei Fragebogen für eine doppelte Umfrage. Den einen sandten sie nach Rücksprache mit Tyrakowski-Freese Multiplikatoren zu, also Personen, die in Schlüsselfunktionen zum Beispiel bei Sozialverbänden, Jobcentern oder Verwaltungen der wir-4-Städte arbeiten. "44 Multiplikatoren-Fragebogen sind zurückgekommen", berichtete gestern Svenja Grefer, die 21-jährige studentische Sprecherin des Projektes. "80 Prozent dieser Multiplikatoren kennen Tuwas. Sie schätzen den Bekanntheitsgrad in der Bevölkerung aber als niedrig ein."

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Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Die Multiplikatoren meinen, Tuwas solle die Dienstleistungen um die Möbel ausbauen, etwa Vorgängermöbel entrümpeln, Möbel aufstellen und Elektrogeräte anschließen. Den zweiten Fragebogen entwickelten die Studenten für ihresgleichen. Alle 2000 Hochschüler der Hochschule Rhein-Waal wurden angeschrieben. 341 ausgefüllte kamen zurück.

"Das ist eine relativ hohe Rücklaufquote", versichert Ingeborg Schramm-Wölk, die Dekanin des Kamp-Lintforter Hochschulzweiges. "60 Prozent kannten das Sozialkaufhaus überhaupt nicht", sagt Svenja Greifer. "90 Prozent sagten, sie hätten nichts dagegen, gebrauchte Möbel zu kaufen." Als erstes Ergebnis aus dem Projekt ist eine Postkarte entstanden, auf der in Englisch und Deutsch Angebote und Daten zum Sozialkaufhaus Tuwas vermerkt sind. Außerdem will Tuwas in den nächsten Monaten sein Dienstleistungsangebot ausbauen. Und neue Studenten sollen bei Kennenlerngesprächen an der Hochschule zukünftig auf das Angebot des Sozialkaufhauses hingewiesen werden. "Wir sind sehr dankbar für diese Ergebnisse", bedankte sich Tyrakowski-Freese gestern bei den Studenten.

(RP)
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