Heute startet in Moers der offizielle Böllerverkauf.

Jahreswechsel : Damit das Feuerwerk ein Knaller wird 

Der offizielle Böllerverkauf hat begonnen. Fachmann Marcel Filz erklärt, worauf Feuerwerksfans dabei unbedingt achten sollten und was pyrotechnisch in diesem Jahr im Trend liegt.

Feuerwerk im Wert von schätzungsweise rund 130 Millionen Euro werden die Deutschen an Silvester wieder in den Wind beziehungsweise in den Himmel schießen. Heute startet der offizielle Verkauf. Worauf dabei unbedingt geachtet werden sollte und welche Trends sich abzeichnen, erklärt Pyrotechniker Marcel Filz. Sein Unternehmen – „Pyro-Brothers“ aus Rheinberg – organisiert auch in diesem Jahr wieder einen großen Feuerwerksverkauf im Moerser Aratta Club an der Rheinberger Straße. Das Geschäft brummt, obwohl mittlerweile knapp zwei Drittel der Deutschen laut einer aktuellen Umfrage dagegen sind, dass in dicht besiedelten Gegenden zum Jahreswechsel geböllert werden darf. „Ich bin auch dafür, besonders in Innenstädten mit engen Häuserschluchten auf Feuerwerk zu verzichten“, sagt der Fachmann. „Mal abgesehen davon, dass Pyrotechnik nur dort richtig wirkt, wo Platz und Raum ist, steht an erster Stelle die Sicherheit.“

Zunächst einmal sollten Böller-Fans deshalb nur Produkte verwenden, die von der Bundesanstalt für Materialforschung (BAM) oder einer anderen offiziellen europäischen Stelle geprüft und zugelassen sind, über ein sogenanntes CE-Siegel und eine Prüfziffer verfügen, erklärt Filz. „Grundsätzlich sind Feuerwerkskörper in Kategorien eingeteilt. Solche der Kategorie zwei dürfen nur an Kunden ab 18 Jahren verkauft werden. Dazu gehören zum Beispiel Fontänen, Verbundfeuerwerke, Raketen, Batterien und laute Knaller“, sagt der Experte. „Für Jugendliche ab zwölf Jahren sind auch Wunderkerzen, Tischfeuerwerk, Knallerbsen und Knallbonbons aus der Kategorie eins erlaubt.“ Die Kategorien drei und vier seien Profis vorbehalten. „Ein Feuerwerker schießt keine Raketen ab, sondern Kugelbomben“, sagt Filz. Die Bomben werden aus Mörsern mithilfe von Schwarzpulver-Ladungen in die Höhe befördert. Die Zündung erfolgt elektronisch aus sicherer Entfernung.

Für den Laien dürfen Knallkörper für den deutschen Markt maximal sechs Gramm Schwarzpulver enthalten. „Bei einem geprüften Böller, der versehentlich in der Hand gezündet wird, kommt es deshalb lediglich leichten zu Verbrennungen“, erklärt der Pyrotechniker. „Aus Osteuropa eingeschmuggelte Ware mit sogenanntem Blitzknallsatz hingegen kann vorzeitig explodieren und im schlimmsten Fall tödliche Verletzungen verursachen.“

Was das Zünden betrifft, gibt in Deutschland das Sprengstoffgesetz einen Sicherheitsabstand von acht Metern bei Raketen vor. Marcel Filz rät trotzdem, lieber noch ein paar Meter weiter weg zu gehen. „Raketen stehen besonders stabil, wenn sie nicht bloß in einer Sektflasche stecken, sondern sich die Flasche in einem Getränkekasten befindet“, erklärt er. Und: „Batterien werden am besten mit zwei Ziegelsteinen fixiert.“

Fakt ist auch: Für Feuerwerkskörper der Kategorie zwei gilt eine strikte „Knallzeit“: Sie dürfen nur am Silvester- und Neujahrstag abgebrannt werden. Das Böllern in der Nähe von Krankenhäusern, Kirchen, Kinder- und Altenheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern oder Tankstellen ist grundsätzlich nicht erlaubt.

„Im Trend liegen in diesem Jahr unter anderem Bengalos – gerne in Fußballvereinsfarben“, sagt der Fachmann. „Aber auch Kleinfeuerwerke wie Luftheuler, kleine Fontänen oder Wunschraketen werden wieder gekauft.“ Der Pyrotechnikmarkt im Aratta ist am Freitag und Samstag von 9 bis 18 Uhr, am Montag von 9 bis 13 Uhr geöffnet.

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