Moers: Haus für Senioren und junge Behinderte

Moers : Haus für Senioren und junge Behinderte

Die Wohnungsbau Moers plant an der Neckarstraße ein Projekt mit einem Mix aus Wohngemeinschaft, betreutem und Sozialwohnungen für Familien. Auch die Meerbecker Bücherei soll in das Gebäude einziehen.

Neue Wohnkonzepte sind im Kommen, gleichzeitig ist der Mangel an Sozialwohnungen groß: Für die Wohnungsbau Moers bietet beides Anlass zu einem neuen, öffentlich geförderten Wohnprojekt. In Meerbeck, an der Fuldastraße/Eupener Straße, will sie ein barrierefreies Haus bauen, in dem junge behinderte Menschen und eine Senioren-Wohngemeinschaft unter einem Dach leben. Es handle sich um das Gelände des früheren Jugendzentrums "Kaktus", das 2013 an die Römerstraße umgezogen ist, sagte gestern Roland Rösch, Geschäftsführer der Wohnungsbau GmbH. "Wir haben das Grundstück von der Stadt gekauft."

Die Senioren-WG wird in das zweite Obergeschoss einziehen. Sie bietet Platz für sieben Menschen. Jeder bekommt einen eigenen Wohn- und Schlafbereich mit Bad und WC. Das Gemeinschaftsleben können die WG-Mitglieder in einer gemeinsamen Wohnküche pflegen. Im ersten Obergeschoss möchten die Planer ambulantes betreutes Wohnen für acht junge Menschen mit Behinderungen ermöglichen. Auch sie bekommen eigene Appartements, es gibt aber auch einen gemeinsamen Wohn- und Essbereich. Die Behinderten können, so gut es geht, selbstständig leben. Wo nötig, werden ihnen Betreuer zur Seite gestellt. Die Wohnungsbau Moers arbeitet mit den Caritas Wohn- und Werkstätten Niederrhein zusammen. Das Projekt biete dringend benötigten bezahlbaren, modernen Wohnraum für geistig behinderte Menschen, sagte gestern CWWN-Geschäftsführer Bernhard Wippermann. "Die Leute sind sozialhilfeabhängig. Sie können sich keine 1000-Euro-Wohnungen leisten."

Ansicht des Gebäudes von der Fuldastraße und Eupener Straße. Mit der Planung ist das Moerser Architekturbüro Frank Reese beauftragt. Foto: reese architekten

Ergänzt wird das Haus durch fünf bis zu 85 Quadratmeter große Sozialwohnungen im Parterre. "Der Grundgedanke ist, dass dort Familien mit behinderten Kindern einziehen, die von der Betreuung profitieren, die ohnehin da ist", sagte Rösch. Sollten sich keine solchen Familien finden, werden die Parterre-Wohnungen anderweitig vermietet. Zusätzliches Leben ins Haus bringen die Meerbecker Bücherei sowie ein Büro der Wohnungsbau, die beide von der Jahnstraße in das neue Gebäude ziehen werden.

3,5 Millionen Euro investiert die Wohnungsbau Moers (inklusive Grundstückkauf). Wenn alles wie gewünscht läuft, werde das Land 1,9 Millionen Euro Fördergelder beisteuern. Dadurch bleibt die Miete günstig: 5,05 Euro/Quadratmeter (kalt). Rösch erwartet die Bescheide aus Düsseldorf Mitte des Jahres. Wahrscheinlich Mitte 2020 können die Mieter einziehen, schätzt er. Mit speziellen Wohnformen hat die Wohnungsbau Moers inzwischen Erfahrungen. Rösch nannte ein 2015 an der Eichenstraße eröffnetes "Mehrgenerationenhaus", in dem ältere Menschen, junge Familien, Alleinstehende oder Paare leben. "Das klappt wunderbar." Ein ähnliches gutes Miteinander erhofft er sich für das neue Gebäude.

(RP)
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