Moers: Hauptsache Arbeit

Moers: Hauptsache Arbeit

Der Moerser Christian Latsch hat einen Wunsch: Der 30-jährige Familienvater sucht so schnell wie möglich einen Arbeitsplatz für mindestens ein Jahr. Der aktuelle Arbeitsmarkt bietet jedoch kaum Helfertätigkeiten an.

Die berufliche Perspektive von Christian Latsch ist momentan alles andere als rosig. "Ich will weiterarbeiten", erklärt der 30-Jährige aus Moers. Seine befristete sozialversicherungspflichtige Tätigkeit läuft zum Ende des Monats aus. "Zu Hause sitzen und nichts tun, das kann ich einfach nicht. Arbeit macht mir nämlich Spaß", erzählt er. In seinem Berufsleben hat Christin Latsch bislang Helferjobs verrichtet. "Diese Tätigkeiten werden aktuell kaum auf dem Arbeitsmarkt angeboten", weiß Jobcoach Monika Kositzki von der Neuen Arbeit Niederrhein (NAN), der diakonischen Initiative der 28 Kirchengemeinden im Kirchenkreis Moers. Seit 1986 vermittelt diese Schaltstelle mit Sitz an der Drususstraße arbeitssuchende Menschen auch in gemeinnützige Bereiche, so genannte Gemeinwohlarbeit.

"Ein kleiner Erfolg"

Rund 70 Menschen betreut Monika Kositzki, 17 befinden sich momentan "in der Entgeltvariante. Zumindest ein kleiner Erfolg", wie sie meint. Das sind jedoch befristete, siebenmonatige Tätigkeiten in Kooperation mit der Agentur für Arbeit. Bis zum 1. April arbeitet Christian Latsch im Schloer-Stift in Hülsdonk als Hausmeisterhelfer. "Danach werde ich dort für die nächsten drei Monate als ein-Euro-Jobber weiterarbeiten", erzählt Latsch.

Das alles ist dem engagierten wie motivierten 30-Jährigen verständlicherweise zu wenig. Der dreifache Familienvater macht sich große Sorgen, wie es weitergehen wird. Schließlich fühlt er sich für seine Familie verantwortlich, die er mit seiner Hände Arbeit absichern will. Der finanzielle Rahmen für die Familie ist eher bescheiden. "Wir gönnen uns nichts und verzichten auf vieles. So können wir zumindest unseren Kindern ab und zu eine kleine Freude machen", meint Christian Latsch. Der Blick in den Lebenslauf offenbart die Knackpunkte. Latsch hat keine Berufsausbildung und keinen Führerschein. "Ich bekomme ja noch nicht mal eine Chance auf ein Vorstellungsgespräch. Ich will arbeiten und scheue mich vor keinen körperlichen Tätigkeiten", erzählt er. Nach der Schule ist er durch das Raster gefallen und hat seine beruflichen Erfahrungen als Helfer und in Maßnahmen gesammelt. In Schulen, Seniorenheimen, in Gärtnereien und Bereichen, die die Neue Arbeit Niederrhein direkt anbietet.

"Büroarbeit ist nichts für mich", weiß Christian Latsch. Der fehlende Führerschein sei für ihn nicht das Problem, "denn mit dem Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln bin ich mobil." Am 1. April wird der Moerser 31 Jahre alt. "Mein Wunsch ist eine berufliche Perspektive für ein Jahr."

(RP)