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Rheurdt: Hat ein Bürgerbus in Rheurdt eine Chance?

Rheurdt : Hat ein Bürgerbus in Rheurdt eine Chance?

Die Gemeindeentwicklung ist ein großes Thema in Rheurdt, und bei den Debatten wird stets der Nahverkehr angesprochen, den viele Bürger für verbesserungswürdig halten. Das war schon vor zehn Jahren so, deshalb brachten engagierte Bürger mit Zustimmung des regionalen Verkehrsunternehmens Niag den Rheurdter Bürgerbus auf die Strecke. Er war ein Flop.

Kay Ehrhardt war damals Vorsitzender des Bürgerbusvereins. Er erinnert sich: "Wir hatten große Vorschusslorbeeren. Viele Bürger hatten sich bei Umfragen einen solchen Bus gewünscht." Gescheitert ist das Projekt aus Ehrhardts Sicht an einer starren Haltung der damaligen Niag-Verantwortlichen. "Wir durften ja auf den Niag-Strecken nicht fahren, uns war sogar untersagt, sie überhaupt zu kreuzen." Das habe zu einem kuriosen Zickzack-Kurs durchs Gemeindegebiet geführt. "Vom Aldekerker Bahnhof nach Schaephuysen waren wir eine Dreiviertelstunde unterwegs, weil der Bus über Kengen fahren musste." Die Luftlinie beträgt gerade mal sechs Kilometer. "Das war für Pendler nicht tragbar. Am Ende waren 80 Prozent unserer Fahrgäste Schüler, das war nicht der Sinn der Sache." So gingen der Bürgerbus und viel Idealismus der rund 30 Ehrenamtler baden.

Würde sich ein zweiter Versuch lohnen? Zumindest bei der Niag gibt es keine Bedenken. "Wir sind zu Gesprächen bereit", sagt Niag-Sprecherin Beate Kronen. Allerdings dürfe der Bürgerbus natürlich keinen Parallelverkehr zu den Linien des Unternehmens anbieten. Auch Kay Ehrhardt hat sich von der Idee noch nicht verabschiedet. "Ich würde es wieder machen, aber finden Sie erst einmal 30 Leute, die sich dafür engagieren wollen, ohne Garantie, dass es ein Erfolg wird." Zumindest die Grünen in Rheurdt haben mehrmals erklärt, eine Neuauflage des Bürgerbusses zu unterstützen. "Nach den Ferien wollen wir in der Fraktion über Konzepte zum Nahverkehr sprechen", sagt der Fraktionschef Frank Hoffmann.

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Kay Ehrhardt, der Vorsitzender des FDP-Ortsvereins ist, hat über die Ausführungen der Grünen zu diesem Thema seine eigene Meinung. "Die Grünen sind ja groß im Fordern, aber konkret waren sie bei dem Projekt nie dabei", meint er leicht spöttisch.

Bürgermeister Klaus Kleinenkuhnen zeigt sich skeptisch. "Damals ist die Gemeinde aus dem Projekt ausgestiegen, als die Verluste jährlich die Summe von 20 000 Euro erreicht hatten", erinnert er sich. Die Gemeinde hatte die Zuschüsse für den Fahrbetrieb bezahlt, die Niag hatte als Eigentümer die Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. So lange die Niag einen "Parallelverkehr" ablehne, meint Kleinenkuhnen, werde der Bürgerbus keine zweite Chance erhalten. "Sinnvoll wären nur kürzestmögliche Verbindungen zum Bahnhof Aldekerk und in die Zentren von Neukirchen-Vluyn und Kamp-Lintfort, damit Leute einkaufen oder Ärzte besuchen können", meint er.

(s-g)