Guido Brohl kleitet den katholischen Kindergarten St. Marien in Moers

Kindergarten in Moers : „Wir wollen den Kindern das Osterfest verständlich machen“

Die Betreuung von Kindern in einer Kita ist noch immer überwiegend Frauensache. Guido Brohl gehört zu den Ausnahmen: Der Erzieher leitet den Kindergarten St. Marien in Moers.

Der Kindergarten St. Marien an der Königsberger Straße – er gehört zur Großgemeinde St. Martinus – verdient schon eine besondere Beachtung. Er gehört nämlich zu den ganz wenigen Kitas in der Region, die von einem Leiter geführt werden: Guido Brohl. Der engagierte 40-Jährige ist sich auch seiner Sonderstellung bewusst – und ist davon überzeugt, „eine gute Wahl getroffen zu haben.“ Seit wenigen Wochen erst leitet er die Einrichtung, nachdem er bereits seit 2016 als Stellvertreter im Einsatz war.

Ein Team von elf Mitarbeiterinnen steht ihm für die Betreuung von mehr als fünfzig Kindern zur Seite, die in drei Gruppen – von einem bis sechs Jahren aufgeteilt sind: die Bärchen-, die Mäuse- und die Katzengruppe. „Die Kitas sind unentbehrlich.“ Davon ist Brohl überzeugt. „Sie sind Teil unserer Gesellschaft, fördern Kultur und Solidarität gleichermaßen.“

Für ihn gelten sie darüber hinaus als Lebensraum für Kinder in Geborgenheit und Aufbruch. Ihre Persönlichkeit und ihre Bildung zu fördern und sich mit ihnen und ihren Wünschen auf die Reise zu begeben, sieht er als vordringliche Aufgabe. Die Vorbereitung auf das Osterfest stand in den letzten Wochen aber im Mittelpunkt vieler Aktionen. „Palmzweige wurden gebunden, es wurde gebastelt, gemalt, gesungen, es wurden Geschichten erzählt, nach dem Sinn des Osterhasen gefragt, von Gott in der Welt berichtet, um das Osterfest bildlich darzustellen und es den Kindern verständlich zu machen“, erläutert Brohl das Programm. Das gemeinsame Frühstück und das Ostereier-Suchen zum Abschluss wurde für alle Beteiligten dann zum Erlebnis.

Guido Brohl ist ein Moerser Urgestein, in Hochstraß aufgewachsen, von früher Jugend an mit der Kirche verbunden, war Messdiener, hat die Jugend-Ferienlager auf Ameland viele Jahre betreut. Nach seiner Erzieher-Ausbildung war er lange im Schifferkinderheim in Duisburg tätig. Die Bindung zu Kindern hat ihn von Jugend an geprägt.

Der erste Kindergarten St. Marien wurde bereits im Jahre 1952 von Don-Bosco-Schwestern an der Kirschenallee, dem heutigen Pfarrzentrum, eröffnet. Im Jahre 1977 wurde dann mit dem Bau eines neuen Kindergartens an der Königsberger Straße begonnen, da der bisherige nicht mehr den Anforderungen eines modernen Kindergartens entsprach. 1978 wurde er eröffnet, und bis 2005 wurden dort drei Gruppen mit jeweils 25 Kindern gefördert und betreut.

Nach einem großzügigen An- und Umbau dann im Jahr 2013 wurde die erste U-drei-Gruppe und ein Jahr später die zweite U-drei Gruppe gestartet. Somit wurde die Kita dreigruppig und eine Ganztageseinrichtung.

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