Kreis Wesel: Gülle: Kritik an Intransparenz

Kreis Wesel: Gülle: Kritik an Intransparenz

Die Auftaktveranstaltung für eine Modellregion Grundwasserschonende Landwirtschaft in der vergangenen Woche wird von Beteiligten recht unterschiedlich bewertet. Während Hubert Kück, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag, einen Gewinn darin sieht, kritisiert Helmut Wisniewski Intransparenz der Kreisverwaltung, weil die Sitzung nicht öffentlich war.

Die Grünen Gabriele Obschernicat und Jürgen Bartsch sehen als Teilnehmer der Runde Irritationen, die im Vorfeld entstanden waren, ausgeräumt und zum anderen die positiven Wirkungen der Modellregion deutlich gemacht. "Sicher hätte sich die Kommunikation direkt nach dem Beschluss des Umweltausschusses für eine Modellregion noch verbessern lassen. Aber nun habe ich den Eindruck, dass alle Beteiligten auf dem gleichen Stand sind und wissen, was das Grundanliegen dieser Modellregion ist", sagte Obschernicat. Bartsch: "Deutlich wurde, dass das Problem Nitrat da ist und deshalb angepackt werden muss.

Die Vertreter der Wasserwerke machten deutlich, dass es eine breite Spreizung bei den Messwerten gibt, die von ein- bis zu dreistelligen Nitratwerten reicht. Grenzwert der deutschen Trinkwasserverordnung ist ein Nitratgehalt von 50 Milligramm pro Liter. Das heißt, dass Handlungsbedarf gegeben ist."

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Vor dem Hintergrund zu hoher Nitratwerte im Grundwasser klagte die EU-Kommission gegen Deutschland. Im Falle einer Verurteilung drohen der Bundesregierung hohe Geldstrafen. Dies kann, so die beiden Grünen Vertreter, vermieden werden, wenn nun vorausschauend das Problem Nitrat bearbeitet werde. Wo konkret ergibt sich Handlungsbedarf? Wie lässt sich überschüssiges Nitrat vermeiden oder besser verwerten? Wie sieht die Stoffstrombilanz in der Landwirtschaft aus? Wie können die Wasserwerke jetzt und zukünftig mit dem Problem umgehen?

Helmut Wisniewski, USD-Ratsmitglied in Hamminkeln, findet es zwar gut, dass nun alle miteinander über die Gülle-Problematik sprechen. Er bemängelt aber, dass nicht jeder habe zuhören können. Schließlich seien es die Bürger, die entstehende Kosten über Wasserpreise zu tragen hätten.

(fws)