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Grundwasser in Moers: Enni und Landwirte kooperieren seit 25 Jahren

Gute Grundwasserqualität in Moers : Enni und Landwirte arbeiten seit 25 Jahren zusammen

In NRW gibt es gut 100 Kooperationen zwischen Land- und Wasserwirtschaft. Jene in Moers zählt zu den ältesten. Im Moerser Grundwasser finden sich deshalb kaum Nitrate und Giftstoffe.

Dass die Enni Energie & Umwelt einer der größten Wasseranbieter am Niederrhein ist, ist bekannt. Was viele nicht wissen: Hinter den Kulissen ziehen das Unternehmen und die in Vinn wirtschaftenden Landwirte an einem Strang, um das Grundwasser zu schützen und die Güte auf einem konstant hohen Niveau zu halten – und das bereits seit 25 Jahren.

„Unser Bündnis ist ein Erfolgsmodell. Landesweit werden immer wieder Inhaltsstoffe wie das Pflanzenschutzmittel Glyphosat oder durch eine Überdüngung eingetragene Nitrate diskutiert. Das sind für uns keine Themen“, betont Enni-Wassermeister Bernd Kamradt. Auch Landwirt Walter Terlinden schwört als Kooperationsvorsitzender auf die Zusammenarbeit: „Sie ermöglicht uns Landwirten eine gewässerverträgliche Bewirtschaftung der Äcker ohne Ertragseinbußen.“

In NRW gibt es gut 100 Kooperationen zwischen Land- und Wasserwirtschaft. Jene in Moers zählt zu den ältesten. Zur Gründung 1995 schlossen sich auf dem mehr als 800 Hektar großen Wassereinzugsgebiet Vinn/ Schwafheim die dort wirtschaftenden Landwirte und die Stadtwerke Moers als damaliger Wasserwerksbetreiber zusammen. Seitdem sind die Nitratwerte von fast 70 Milligramm pro Liter auf heutige Werte von unter 30 Milligramm pro Liter gesunken. Neben vielen das Grundwasser schonenden Maßnahmen habe sich vor allem ein von Enni finanzierter Berater der Landwirtschaftskammer NRW, Kreisstelle Kleve / Wesel, als Glücksfall erwiesen, heißt es. Als Bindeglied zwischen dem Wasserversorger und den mittlerweile 21 Kooperationslandwirten berät Andre Krohn diese in allen Fragen des Pflanzenanbaus und -schutzes sowie der Düngung. Zudem finanziert Enni verschiedene Programme für den Gewässerschutz. So säen die Landwirte nach der Haupternte so genannte Zwischenfrüchte. Diese nehmen den verbleibenden Stickstoff aus dem Boden auf, wodurch deutlich weniger Nitrat ins Grundwasser gelangt.

Außerdem bewirtschaften Landwirte heute möglichst viele Äcker extensiv. Dabei wird der Einsatz von Stickstoffdünger und Pflanzenschutzmittel deutlich reduziert. Den geringeren Ertrag gleicht Enni finanziell aus. Auch deshalb gehört das Enni-Trinkwasser zu den besten in Nordrhein-Westfalen. Täglich fördert das Unternehmen über seine Anlagen bis zu 25.000 Kubikmeter Wasser, im Jahr sind es mehr als sieben Millionen Kubikmeter, wovon über ein durch die Bezirksregierung Düsseldorf erteiltes Wasserrecht bis zu vier Millionen Kubikmeter aus den Vinner Brunnen stammen.