Moers: Große Stilvielfalt beim "Mojazz-Festival"

Moers: Große Stilvielfalt beim "Mojazz-Festival"

Molass, Blue Lion und Pimpy Panda sorgten im Bollwerk 107 für die inzwischen typische Mojazz-Atmosphäre. Das noch junge Festival fand dieses Jahr zum dritten Mal statt und stimmte viele aufs große Moers Festival ein.

Vor zwei Jahren feierte das Mojazz-Festival, das von den beiden Musikern Jens Lammert und Felix Hecker organisiert wird, im "Bollwerk 107" seine Premiere. Nach der abwechslungsreichen Mischung beim Festival-Debüt 2016 lag der musikalische Schwerpunkt im vergangenen Jahr allerdings eher im Bereich des Elektro-Pop, des Rap und des Techno. Mit Jazz, den das Festival im Namen trägt, hatte die letztjährige Veranstaltung nur sehr wenig zu tun.

Bei der dritten Ausgabe des "Mojazz-Festivals" am Samstagabend im "Bollwerk 107" war die musikalische Auswahl wieder breiter gefächert und entsprach zumindest teilweise den Erwartungen, die der Festival-Name weckt. Eröffnet wurde das Mojazz mit dem Auftritt der Moerser Band "Molass", die sich im September vergangenen Jahres gegründete und Elemente des Soul und Funk miteinander verbindet.

Sängerin der Band ist Marissa Möller, die zuvor als Schauspielerin und festes Ensemblemitglied beim Moerser Schlosstheater tätig war. Gemeinsam mit dem Bassisten und Festival-Gründer Felix Hecker, dem Schlagzeuger Lambert Windges und dem Pianisten Jan Lammert am Synthesizer, die allesamt an der "Robert-Schumann-Hochschule" in Düsseldorf studieren, präsentierte Marissa Möller im "Bollwerk 107" eine Reihe von Songs, die erst vor wenigen Tagen auf der ersten EP der Band mit dem Titel "Foramen Magnum" im Rahmen eines Konzertes in der Moerser Kulturkneipe "Die Röhre" vorgestellt wurden.

Das erste Album der Band "Molass" soll im Oktober erscheinen und den Titel "Green Sky" tragen. Bei Liedern wie "Unspoken", "Asymmetry" oder "Foramen Magnum" stellten die einzelnen Bandmitglieder ihre musikalischen Qualitäten unter Beweis. Sphärische Synthesizer-Klänge waren dabei ebenso zu hören wie treibende Bass-Läufe und raumgreifende Schlagzeug-Soli.

Die kraftvolle und ausdrucksstarke Stimme von Marissa Möller sorgte allerdings dafür, dass der Soul musikalisch eindeutig im Vordergrund stand. Die Selbstinszenierung der Sängerin und Schauspielerin sorgte jedoch dafür, dass der Auftritt so wirkte, als würde sie eine Rolle im Theater spielen. Etwas mehr Lockerheit und Natürlichkeit könnten durchaus positiv auf den musikalisch einwandfreien Auftritt der Band auswirken.

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Das Musikprojekt "Blue Lion", dessen Mitglieder anschließend die Bühne im "Bollwerk 107" betraten, sorgte dann dafür, dass die Stilrichtung des Jazz beim "Mojazz-Festival" nicht zu kurz kam. Die Bassistin Franziska Aller und ihre drei musikalischen Mitstreiter am Saxophon, am Schlagzeug und an der Gitarre breiteten großflächige Klangteppiche aus, bei denen die einzelnen Instrumente kunstvoll miteinander verwoben waren.

Die ausschließlich instrumentalen Kompositionen wechselten dabei zwischen sanften Jazz-Klängen, halsbrecherischen Saxophon-Improvisationen und griffigen Gitarren-Riffs. Stücke wie "In the room" oder "Somewhere in the tree", bei dem das Saxophon durch eine Querflöte ersetzt wurde, dürften bei einigen Konzertbesuchern bereits Vorfreude auf das Moers Festival an Pfingsten geweckt haben. Als dritte und letzte Band des Festivals trat schließlich die Band "Pimpy Panda" mit fünf Musikern an der Gitar

re, am Bass, am Schlagzeug, am Synthesizer und am Mikrofon im "Bollwerk 107" auf. Im Gegensatz zu den kunstvollen Jazz-Kompositionen von "Blue Lion" bot die Band "Pimpy Panda" als "Headliner" des Abends eine sehr seichte Mischung aus poppigem Funk und Hip-Hop. Bei Liedern wie dem süßlichen "Too Far" oder "Markus" waren die Songtexte in deutscher und englischer Sprache ebenso flach wie der Klang der Instrumente und das Volumen des Gesangs.

Mit einer "Aftershow-Party" endete das diesjährige "Mojazz-Festival" im "Bollwerk 107" gegen Mitternacht.

(cas)
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