Grafschafter Diakonie: Pfarrer Kai Garben in Amt und Würden

Moers: Pfarrer Kai Garben in Amt und Würden

Superintendent führt den Geschäftsführer der Grafschafter Diakonie, Diakonisches Werk im Kirchenkreis Moers, ins Amt ein.

Die Reihen in der Moerser Stadtkirche waren gut gefüllt, als am Samstag Superintendent Wolfram Syben zu einem Gottesdienst der besonderen Art einlud. Feierlich wurde Pfarrer Kai Garben in sein Amt einführt. Er tritt als Geschäftsführer und Volljurist in der Führungsspitze der Grafschafter Diakonie, dem Diakonischen Werk im Kirchenkreis Moers, die Nachfolge von Dietrich Mehnert an. Mehnert verabschiedet sich in den Ruhestand.

Garben ist Kollege von Carsten van der Werth. Schon im Vorfeld hatte der 52-Jährige erklärt, wie sehr ihn diakonische Aufgaben begeistern. Seine Studienfächer, Theologie und Jura, ergänzten einander. Bereits seit Anfang des Jahres konnte Garben die umfangreiche Arbeit vor Ort, Mitarbeitende und die verschiedenen Bereiche innerhalb der Grafschafter Diakonie kennenlernen.

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„Recht und Gerechtigkeit ist unser tägliches Brot“, sagte Superintendent Syben. Die tägliche Arbeit der Mitarbeitenden verlange, Menschen gerecht zu werden, zu ihrer Gerechtigkeit beizutragen und ihre Rechte aufrecht zu halten, beschrieb Syben den kirchlich-diakonischen Auftrag im Geflecht von aktuellen sozial-politischen Herausforderungen. Garben, der zuvor zwischen Schweinfurt und Bamberg als Pfarrer tätig war, wurde 2006 in der Evanglisch-Lutherischen Landeskirche Bayerns ordiniert. Nun folgt eine Tätigkeit in der Evangelischen Kirche im Rheinland, die sich der Barmer Bekenntnissynode von 1934 verpflichtete und mit dem Element der Nachverpflichtung zur Ordination den Einführungsgottesdienst bestimmte. In seiner Predigt knüpfte Garben an die Ausstellung „Frieden geht anders“ und den Matthäus-Vers „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern (und Schwestern), das habt ihr mir getan“ an. Bereits im Vorfeld hatte er die Bibelstelle von Matthäus (25, 40) aus dem Gleichnis vom Gericht des Menschensohnes als ein ihn prägendes Bibelwort bezeichnet. Soziale Aufgaben auf der Grundlagen des Evangeliums zu meistern, sei Dienst am Menschen und Christus. Es sei ihm zugleich ein Leitgedanke für den Dienst in Moers. Die Ausstellung mit Porträts der Friedensstifter habe Impulse gesetzt, die sich mit der diakonischen Arbeit verbinden ließen, so Garben. Diakonische Einrichtungen seien Orte, Gott im Alltag zu erfahren, das christliche Wirken mit eigenen Händen in den Kommunen und im Kirchenkreis zu erleben.

Rund 1500 Mitarbeitende der Grafschafter Diakonie stehen Hilfesuchenden zur Seite, haben Anteil am sozialen Frieden. „Diakonie und Kirche stehen im Verhältnis miteinander“, so Garben, der auch daran erinnerte, das beide Seiten noch im 19. Jahrhundert sich schwer getan hätten. „Wir sind heute aufeinander angewiesen“, sagte Garben. Für 29. Oktober, 18 Uhr, lädt er zum Vortrag „Diakonie. Mission oder Geschäft?“ ins Hülsdonker Gemeindezentrum ein.