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Gottesdienste nach Corona-Pause: St. Quirinus wagt den Neuanfang

Gottesdienste nach Corona-Pause : St. Quirinus in Neukirchen-Vluyn wagt den Neuanfang

Die katholische Gemeinde feiert jetzt wieder öffentliche Gottesdienste – wenn auch in „abgespeckter“ Form. In der Moerser Gemeinde St. Martinus ist der Ansturm von Gläubigen nach der Corona-Pause ausgeblieben.

Nach der Corona-Pause kehren auch die Kirchengemeinden vorsichtig in die Normalität zurück. So feiert die katholische Gemeinde St. Quirinus in Neukirchen-Vluyn jetzt wieder öffentliche Gottesdienste. Wenn auch in „abgespeckter“ Form. Wechselweise findet in den Kirchen St. Antonius Vluyn und St. Quirinus Neukirchen vorläufig nur ein einziger Gottesdienst an Sonn- und Feiertagen statt. Den Anfang macht am Sonntag um 10 Uhr die St.-Quirinus-Kirche.

„Es wird eine ganz andere Gottesdiensterfahrung sein als die uns vertraute und gewohnte. Wir werden versuchen auf die veränderte Situation einzugehen und es so möglich zu machen, innerhalb der uns gesetzten Grenzen würdig und gemeinschaftlich Gottesdienst zu feiern“, sagte Pastor Andreas Fink. Die Teilnehmerzahl pro Gottesdienst ist auf 50 Personen beschränkt. Wer teilnehmen möchte, muss sich vorher im Pfarrbüro anmelden. Am Eingang werden die Hände desinfiziert, die Plätze in der Kirche werden zugewiesen. Ein Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen ist einzuhalten. Die Gläubigen sollen außerdem Mund-Nase-Masken mitbringen und diese während der gesamten Feier tragen. Menschen aus Risikogruppen wird nahegelegt.

Weiterhin bittet die Gemeinde darum, das eigene „Gotteslob“ zu Hause zu lassen, da keine Lieder gemeinsam gesungen werden. Ganz ohne Musik werden die Gottesdienste aber nicht bleiben, sagte Pfarrer Fink am Donnerstag. Im Rahmen der Liturgie werde er zum Beispiel das „Halleluja“ anstimmen, sagte Fink. Zudem werde die Feier von Orgelmusik begleitet. Zum Auszug aus der Kirche werde er zur Orgel einen Sologesang anstimmen. Voraussichtlich bis zum Ende der Sommerferien wolle die Gemeinde bei diesem Prozedere bleiben, sagte Fink. Sollte es zu einem „großen Ansturm“ von Gläubigen kommen, wolle man allerdings darüber nachdenken, einen zweiten Sonntagsgottesdienst anzubieten.

In der Moerser Gemeinde St. Martinus ist der Ansturm von Gläubigen nach der Corona-Pause ausgeblieben. Die Gemeinde hatte bereits am vergangenen Wochenende in ihren sechs Kirchen , ebenfalls unter strengen Auflagen, Gottesdienste gefeiert. „In allen sechs waren weniger Menschen da als die maximal erlaubte Personenzahl“, sagte Pfarrer Heinrich Bösing. In der Repelener St.-Martinus-Kirche waren zum Beispiel 70 Personen zugelassen, tatsächlich kamen aber nur 54. „In normalen Zeiten sind es doppelt so viele“, sagte der Pfarrer. Er hat Verständnis dafür, dass viele Gläubige wohl noch den Weg in die Kirche aus Sicherheitsgründen scheuen. Zudem habe das verhaltene Interesse derzeit einen Vorteil: „Wir müssen niemand wegschicken.“

In den Gottesdiensten selbst sei eine „sehr dichte Atmosphäre“ spürbar gewesen, berichtete Bösing weiter: „Es herrschte eine große Bereitschaft, sich zu öffnen, sich auf die Texte und Gedanken einzulassen.“ Zudem seien die Gottesdienst-Teilnehmer sehr verantwortlich mit den Abstandsregeln umgegangen. Wie jetzt die Gemeinde St. Quirinus hatte auch St. Martinus Menschen aus Risikogruppen – zum Beispiel Senioren – geraten, zu Hause zu bleiben, beziehungsweise, „sorgfältig darüber nachzudenken und abzuwägen, ob ein Gottesdienstbesuch zu verantworten ist“, wie es auf der Internetseite von St. Quirinus heißt. Dennoch seien auch ältere Menschen in die Gottesdientse gekommen, berichtete Pfarrer Bösing. „Gerade viele ältere Menschen haben immer noch die Sonntagspflicht verinnerlicht.“ Der Pfarrer erinnerte aber daran, das das Bistum die Gläubigen zurzeit von dem Gebot, am Sonntag die Heilige Messe zu feiern, befreit hat.

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