Bürgermeister besucht Unternehmer Goethe-Apotheke mit neuer Leitung

Moers · Das eine Problem kennt man beispielsweise aus der IT-Branche, das andere eher vom Einzelhandel. Erol und Muhammed Gülsen haben beide: Sie kämpfen sowohl gegen den Internethandel als auch mit dem Fachkräftemangel.

 Bürgermeister Christoph Fleischhauer (links) und Wirtschaftsförderer Jens Heidenreich (rechts) besuchten Erol Gülsen in seiner Goethe-Apotheke im Ärztehaus an der Goethestraße.

Bürgermeister Christoph Fleischhauer (links) und Wirtschaftsförderer Jens Heidenreich (rechts) besuchten Erol Gülsen in seiner Goethe-Apotheke im Ärztehaus an der Goethestraße.

Foto: pst

Ihrer Freude am Beruf und ihrem Engagement tut das dennoch keinen Abbruch. Die Brüder haben im September 2018 die „Goethe-Apotheke“ übernommen. Bei einer Veranstaltung lernte Erol Gülsen Bürgermeister Christoph Fleischhauer kennen und lud ihn und Wirtschaftsförderer Jens Heidenreich zu einem Unternehmensbesuch ein. Jetzt schaute sich das Stadtoberhaupt die Räumlichkeiten im Ärztehaus an der Goethestraße an. „Die Apotheke war vorher ein Jahr geschlossen. Ich habe sie dann gemeinsam mit meinem Bruder neu eingerichtet“, berichtete Erol Gülsen. Kleine Anekdote am Rande: „Ich habe bei Ebay gebrauchte Kassen gekauft. Am zweiten Tag nach der Eröffnung entdeckte ich unter einer Kassenlade 80 Euro.“ Das Geld zu behalten, wäre den Brüdern niemals in den Sinn gekommen. „Das tut man nicht.“ Sie haben es dem Vorbesitzer der Kasse zurückgegeben. Die „Goethe“ ist die dritte Apotheke der Brüder. Die beiden anderen sind in Kamp-Lintfort und Rumeln-Kaldenhausen. Nach einem schleppenden Anfang in Moers konnte er die tägliche Kundenzahl annähernd verdoppeln. „Im Gegensatz zu Internetapotheken beraten wir, stellen individuelle Produkte selbst her, zahlen vor Ort Steuern und haben einmal pro Woche Notdienst. Trotzdem gibt es in Deutschland kein Versandverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel“, erläutert Gülsen. Auch Botendienste in Notfällen oder die Versorgung mit Betäubungsmitteln für Patienten mit sehr starken Schmerzen kann eine Internetapotheke nicht leisten. „Sie picken nur die Rosinen heraus, also alles, was gewinnbringend für die Aktionäre ist.“ Hier sieht er den Gesetzgeber in der Pflicht.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort