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Geschichten rund ums Moerser Streuobstwiesenfest

Moers : Geschichten rund ums Streuobstwiesenfest

Das Fest in den Eicker Wiesen ist ein Treff der Nachbarschaften, zu dem es am Kirmessonntag frischen Apfelsaft gibt.

Die Hitzewelle, die seit Mitte Mai Mitteleuropa austrocknet, hat auch  in den Eicker Wiesen ihre Spuren hinterlassen. „Wir haben Anfang des Jahres drei Hochstämme gepflanzt“, erzählt Jakob Hüther. „Die Hitze hat den Bäumen zu schaffen gemacht. Michael Scholz ist täglich gekommen. Jeden neuen Baum hat er mit 20 Litern Wasser gegossen. Zwei Bäume haben durchgehalten. Einer sieht schlecht aus, hat aber noch Saft.“

Jakob Hüther gehört zu den 30 Mitgliedern des SPD-Ortsvereins Rheinkamp, die auf der Streuobstwiese „Eicker Wiesen“ an der Theodor-Heuss-Straße aktiv sind, auch um später Geschichten rund um das Obst erzählen zu können. Zurzeit sammelt er auf den knapp 10.000 Quadratmetern Äpfel, die in eine Probepressung kommen. An der Kelter des SCI-Moers entscheiden dann Verkoster, ob es zum  Streuobstwiesenfest am 2. September einen Apfelsaft „Eicker Wiesen – Jahrgang 2018“ gibt. Die erste Vorprobe schmeckte fruchtig und herb, hatte ein feines Aroma.

Der frische Saft ist, wenn er gepresst werden sollte, einer der Attraktionen des Streuobstwiesenfestes. Eine andere sind die Kuchen. „Viele davon sind mit Obst von der Streuobstwiese selbst gebacken, zum Beispiel Apfel- oder Pflaumenkuchen“, berichtet Maria Skora-Gewinner. „Alle können zur Streuobstwiese kommen und kostenlos Äpfel, Pflaumen oder Birnen lesen, wenn sie sich mit Respekt auf dem Grundstück bewegen.“

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30 Künstler, Geschäftsleute oder Vereine präsentieren sich beim Fest. Alle bieten etwas Selbstgemachtes rund um Obst, Ernte und Herbst an, beispielsweise Obstessig, Marmelade, Honig, Schafswurst, Herbstdekoration, Taschen oder gestrickte Kinderschuhe. Dazu zeigt der Rassegeflügelzuchtverein Rheinkamp Gänse, Hühner und Tauben. „Es herrscht ein entspanntes Klima“, sagt Standmanagerin Anja Reutlinger . „Unter dem Schatten der 100 Bäume sind die Besucher ruhig und gelassen.“

In guten Jahren kommen mehr als 2000, die meisten zu Fuß oder mit dem Fahrrad, da es direkt an der Streuobstwiese keinen Parkplatz gibt. „Fast immer haben wir Glück mit dem Wetter“, blickt Hertha Baldin zurück. „Nur 2016 hat es ab Mittag geregnet.“

Diesmal soll der erste Sonntag im September den Altweibersommer einläuten. „Die Prognose ist gut“, hat Hartmut Hohmann schon einmal auf die Vorhersage geschaut. Vor 20 Jahren hatte er die Idee gehabt, die verwilderte Wiese an der Theodor-Heuss-Straße, auf der schon Obstbäume standen, mit dem SPD-Ortsverein in eine Streuobstwiese umzuwandeln.

2002 wurde das erste Streuobstwiesenfest gefeiert, das bei den Sozialdemokraten landesweit Aufmerksamkeit erregte, gerade weil es kaum als Fest einer Partei zu erkennen ist. „2003 haben wir einen Preis der SPD NRW für gute Nachwuchsarbeit erhalten“, erzählt Hohmann. „Im Kreis Wesel ist es das größte Fest eines politischen Ortsvereins.  Der Überschuss aus dem Streuobstwiesenfest fließt wieder in die Streuobstwiese. Ein neuer Hochstamm kostet zum Beispiel 250 Euro. Drei davon haben wir im Frühjahr gepflanzt.“