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Moers: Generationswechsel im Kleingarten

Moers : Generationswechsel im Kleingarten

Zum Tag des Gartens lud der Stadtverband in die Anlage "Frankenfeld" in den Eicker Wiesen ein. Viele ältere Gärtner geben zurzeit ihre Parzellen an jüngere weiter. In Moers ist die Nachfrage nach Gärten angestiegen.

Der Generationswechsel bei den Kleingärtnern war in diesem Jahr das große Thema, als der Moerser Stadtverband der Kleingärtner zum diesjährigen "Tag des Gartens" einlud. "Zurzeit findet ein Übergang statt", sagte Matthias Dittmann, der Vorstandsvorsitzende des Stadtverbandes, am Samstagnachmittag in der Kleingartenanlage "Am Frankenfeld", die zwischen Eick-West und den Eicker Wiesen liegt. "Ältere Gärtner geben ihre Gärten auf. Gleichzeitig rücken jüngere nach. Dabei ist in Moers die Nachfrage nach Gärten gestiegen." Um die Bedeutung der Kleingärten als bewirtschaftetes, öffentliches Grün für die Allgemeinheit deutlich zu machen, beteiligte sich der Stadtverband auch diesmal am bundesweit veranstalteten "Tag des Gartens".

Wie in der Grafenstadt schon Tradition, fand dieses Treffen vor dem offiziellen Tag, dem zweiten Sonntag im Juni. Nicht ohne Grund wählte der Stadtverband diesmal den Kleingarten "Am Frankenfeld" aus. Denn in der Anlage, die aus 45 Parzelle besteht, ist der Generationswechsel besonders deutlich zu spüren. "Die eine Hälfte der Mitglieder ist zwischen 30 und 60 Jahre alt", sagt Horst Walter, der als stellvertretender Vorsitzender die Geschicke des Vereins leitet. "Die andere Hälfte ist über 70. Der Durchschnitt liegt bei 63 Jahren." Einer der jüngeren Parzellenbesitzer ist beispielsweise Johannes Walbrunn, der Gartenfachberater ist und ein Kandidat für den engeren Vorstand des Kleingartenvereins "Am Frankenfeld" ist, wenn in Kürze Neuwahlen anstehen. Seitdem er beim Bergbau in Anpassung ging, verbringt er die meiste Zeit des Tages in seiner Parzelle. "Der Garten ist mein Hobby", erzählt der frühere Bergmann der Kamp-Lintforter Zeche "Friedrich Heinrich". Die Nachhaltigkeit des Anbaus beschreibt er so: "Kartoffeln oder Erdbeeren aus dem eigenen Garten sind ein Gedicht." Dafür lohne sich der hohe Aufwand, etwa für den Bau von Kaninchenzäunen.

Neben dem Trend zur Nachhaltigkeit gibt es für den Grund, mit seinen Kindern in einem Garten zusammen sein zu wollen, anstatt auf einem Balkon einer Mietswohnung zu sitzen. Inzwischen suchen immer mehr jüngere Moerser, die ihre Wurzeln im Ausland haben, Parzellen. "Es gibt immer mehr Kleingärtner, deren Vorfahren aus Spanien, Portugal, Italien, der Türkei oder Osteuropa stammen", berichtet Matthias Dittmann. Weil Kleingärtner auch mögliche Wähler sind, ließ sich am Samstag auch die Moerser Lokalpolitik beim Tag des Gartens blicken, der in ein kleines Sommerfest eingebettet war. Der Bundestagsabgeordnete Siggi Ehrmann kam ebenso wie Landtagsabgeordneter Ibrahim Yetim, Bürgermeister Norbert Ballhaus und stellvertretende Bürgermeisterin Erika Scholten, um etwas vom Generationswechsel zu erfahren.

(got)