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Moers: Geldstrafe nach Rangelei bei Razzia in Bordell

Moers : Geldstrafe nach Rangelei bei Razzia in Bordell

"Das muss ich mir nicht anhören!", sagte Paul K. und verließ gestern kurz nach der Urteilsverkündung wutschnaubend den Saal 113 des Amtsgerichts in Moers. Der Einzelrichter hatte ihn wegen Körperverletzung in Tateinheit mit Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Geldstrafe von 9000 Euro verurteilt. Im November 2008 war es bei einer Razzia in einem Bordellbetrieb an der Kautzstraße in Moers – K. ist Hauseigentümer und Vermieter – zu einer Rangelei zwischen dem Angeklagten und Polizeibeamten sowie Steuerfahndern gekommen.

Eine Polizeibeamtin hatte ausgesagt, K. habe bei der Festnahme massiv Widerstand und sie durch Schläge mit den Handschellen verletzt. Der Angeklagte bezeichnete diese Aussage als "erstunken und erlogen". "Ich bin in meiner eigenen Wohnung misshandelt und der Freiheit beraubt worden. Ich schwöre beim Leben meiner Kinder, dass ich die Wahrheit sage", so der 59-Jährige in seinem letzten Wort. Auch sein Verteidiger, Rechtsanwalt H.-P. Simon, wies darauf hin, dass die Aussagen der Belastungszeugen sehr widersprüchlich gewesen seien.

"Niemand weiß, was sich tatsächlich abgespielt hat", sagte der Anwalt und forderte Freispruch für seinen Mandanten. Der Staatsanwalt hingegen hielt die Aussagen der Polizeibeamtin für glaubwürdig und forderte als Strafe 90 Tagessätze zu 100 Euro. Paul K. will gegen das Urteil in Berufung gehen.

(RP)