1. NRW
  2. Städte
  3. Moers

Gedenken Erster Weltkrieg: Moerser in der Partnerstadt Maisons-Alfort

Gedenken in Moers’ Partnerstadt Maisons-Alfort : Aus Feinden wurden Freunde

Eine 50-köpfige Gruppe aus Moers war von der Partnerstadt Maisons-Alfort eingeladen, um dort und in Paris bei den Gedenkfeiern zum 100. Jahrestag des Endes des Ersten Weltkrieges dabei zu sein.

Es war am Samstagabend ein bewegender Moment, als Michel Herbillon, Olivier Capitano und Christoph Fleischhauer am Arc de Triomphe in Paris gemeinsam zunächst einen Kranz für die Stadt Moers niederlegten und dann für die Stadt Maisons-Alfort, die sich nordöstlich direkt an die Seinemetropole anschließt. Einen halben Tag nach den zwei  Bürgermeistern und dem ehemaligen Bürgermeister Michel Herbillon, der seit zwei Jahren nur noch Abgeordneter der französischen Nationalversammlung ist, legten am Sonntagmorgen der französische Ministerpräsident Emmanuel Macron und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel an der selben Stelle Kränze nieder, um dem Ende der Ersten Weltkrieges zu gedenken.

Diese Gedenkfeiern zum 100. Jahrestag dieses ersten „industriellen Krieges“, der Millionen von Menschen mit „modernster“ Kriegstechnik auf schrecklichste Art das Leben gekostet und traumatisiert hatte, war vor allem ein deutsch-französischer Krieg gewesen. Sie waren Anlass, den Besuch des Moerser Partnerschaftsvereins, der alle zwei Jahre nach Maisons-Alfort und Paris geht, auf das Wochenende dieser Gedenkfeiern zu legen, besonders weil das Ende des Ersten Weltkrieges in Frankreich als Beginn der „deutsch-französischen Freundschaft und des Aufbaus Europas“ gesehen wird, wie die Feier zum Austausch betitelt wurde.

  • Die Monheimerin Elfi Allmendinger ist Geschäftsführerin
    Monheim: Austausch mit  französischer Partnerstadt : Monheimer pflegen Kontakte nach Bourg-la-Reine digital
  • Barbara Folkerts vom Sci Moers (v.l.),
    Bundesweiter Aktionstag : Gegen Anonymität und Isolation: Moers feiert die Nachbarschaft
  • Bilder, Plakate und Collagen geben die
    Grafschafter Gymnasium : Wie Schüler aus Moers Visionen für Europa entwickeln

So betonte Olivier Capitano am Freitagnachmittag, als er die 50-köpfige Gruppe aus Moers im Rathaus empfing: „Wir begehen das Ende des Ersten Weltkrieges und begrüßen dazu unsere Freunde aus Moers.“ Aus „Ennemis“ seien „Amis“ geworden, aus Feinden wurden Freunde.

Beim gemeinsamen Abendessen in der „Moulin Brûlé“, einem Festsaal über einer einstigen Mühle, sprach er den Gedanken an, eine Freundschaft zwischen Nationen basiere auf einer Freundschaft zwischen Personen. „General Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer konnten diese Freundschaft begründen“, sagte er vor 100 französischen und deutschen Gästen mit Blick auf Christoph Fleischhhauer und seine Frau Annegret.

Der 9. November sei auch der Todestag von Charles de Gaulle (1970). Deren Freundschaft sei von Valerie Giscard d´Estaing und Helmut Schmidt weitergetragen, später von Francois Mitterand und Helmut Kohl. In Deutschland sei der 9. November gleichzeitig der Tag der deutschen Wiedervereinigung (1989), aber auch der Reichspogromnacht (1938).

Christoph Fleischhauer griff den Gedanken seines Freundes auf. „Das Erinnern an die Ereignisse und die freundschaftliche Leichtigkeit unseres Begegnens gehören zusammen“, sprach der Bürgermeister den Dank für die Einladung aus, bei dem die Gäste aus Moers unter anderem die Nationalversammlung in Paris und zwei weitere Gedenkfeiern in Maisons-Altfort besuchten.

Es sei nicht leicht gewesen, die Freundschaft zu entwickeln. „Es ist wichtig, dass der Geist der Freundschaft weitergetragen wird“, appellierte er. Deshalb freute er sich besonders, am Wochenende Schüler des Grafschafter Gymnasiums Moers zur Kranzniederlegung begrüßen zu können, die bei der Gedenkfeier am Arc de Triomphe dabei waren.