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Gedenken an die Opfer und Mahnung zum Zusammenhalt - der Volkstrauertag in Moers

Volkstrauertag in Moers Asberg : Und sie hetzen schon wieder

Die Gedenkfeiern am Volkstrauertag erinnerten in diesem Jahr in Kamp-Lintfort und Neukirchen-Vluyn an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. Am Mahnmal für den Frieden in Asberg kamen am Sonntag Bürger, Vertreter der Vereine und der Moerser Politik zusammen und erlebten eine bewegende Stunde.

Musikalisch bgelietet wurde der Tag vom Spielmanns- und Gardemusikzugs Blau-Weiß Asberg und vom Volkschor. Bürgermeister Christoph Fleischhauer legte einen Kranz nieder, sein Stellvertreter und Landtagsabgeordneter Ibrahim Yetim zitierte in seiner Rede den Schriftsteller Martin Kessel, von dem der Satz stammt: „Der Krieg hat einen langen Arm. Noch lange, nachdem er vorbei ist, holt er sich seine Opfer.“

Nicht nur die 17 Millionen Toten des Ersten Weltkrieges seien uns bis heute Warnung und Mahnung, für den Frieden einzustehen. Yetim sagte, der Hass und die Hetze, die heute wieder an vielen Stellen hörbar sei, mache ihn ratlos. Er rief die Menschen zu Wachsamkeit, Widerstand und Zusammenhalt auf. 

Besonders hoffnungsvoll stimme ihn, dass viele junge Menschen aktiv an dieser Veranstaltung mitgewirkt hätten. „Ich habe bei diesem Projekt mitgemacht, weil Frieden das wichtigste auf der Welt ist“, sprach eine Schülerin der 6. Klasse der Geschwister-Scholl-Gesamtschule ins Mikrophon und las ein Friedensgedicht vor. „Die Liebe hört niemals auf“, las eine weitere aus dem 1. Korintherbrief. „Ich bin seit drei Jahren hier. Ich bin im Krieg in Syrien aufgewachsen“, war das bewegende Statement einer Schülerin.

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Pfarrerin Martje Mechels verwies auf die 137 Namen gefallener Soldaten aus Asberg auf den alten Steintafeln des restaurierten Mahnmals. Beispielhaft für sie und Millionen anderer Menschen, die unter Krieg, Verfolgung und Flucht litten, sind fünf neue Tafeln provisorisch auf dem Platz aufgestellt worden. Auf ihnen befinden sich Porträts von in Asberg lebenden Menschen und ihre Geschichten.

Die Fotografin Andrea Zmrzlak hat die Porträts aufgenommen. Darunter ist das Bild von Hildegard Filman, die 1943 mit 19 Jahren aus ihrer ostpreußischen Heimat fliehen musste und die Schrecken eines sibirischen Arbeitslagers überlebt hat. Auch die Geschichte von Bushra und Nezar aus Syrien ist zu lesen. Sie flohen 2015 vor dem Krieg und mussten ihre Heimat zurücklassen.Die Tafeln sollen demnächst fest auf dem Platz installiert werden.

In der Mitte des Platzes wird ein weiterer Teil des Friedensmahls installiert werden, der unter Anleitung der Künstlerin Wilma Specht entstanden ist: 14 Betonplatten, auf denen Kinder und Jugendliche mit weißen Kieselsteinen die Umrisse von Friedenstauben gestaltet haben. Mit Gebeten für den Frieden, gelesen von Schülern der Eschenburgschule, endete die feierliche Stunde.