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Gebührenvergleich: Was die Kita in Moers kostet

Moers : Was die Kita in Moers kostet – und anderswo

Der Bund der Steuerzahler hat die Elternbeiträge für Kindergärten in 57 NRW-Kommunen verglichen. Die Grafenstadt schneidet dabei „mittelgut“ ab.

Wer in Mülheim wohnt, hat Pech, wer in Düren wohnt, hat Glück, wer in Moers wohnt, weder noch – jedenfalls in Bezug auf die aktuellen Kosten für die Kita-Betreuung. Der Bund der Steuerzahler (BsSt) hat die Elternbeiträge für Kindergärten in 57 nordrhein-westfälischen Kommunen (kreisfreie Städte und solche mit mehr als 60.000 Einwohnern) gegenübergestellt. In seinem Vergleich hat der BdSt NRW die 25- und 45-Wochenstunden-Betreuung und Einkommen von 20.000, 40.000 und 60.000 Euro sowie die höchste Einkommensstufe zugrunde gelegt. Die Grafenstadt schneidet dabei „mittelgut“ ab. Aber was heißt das konkret?

Einkommensgrenzen Bis auf die Stadt Arnsberg haben alle Kommunen eine Beitragsfreigrenze eingeführt, ab der Eltern Elternbeiträge zahlen müssen. In Moers liegt die derzeit bei 18.000 Euro. Zum Vergleich: In Wesel wurde die Grenzen von 2017 auf 2018 angehoben – von 15.000 auf 20.000 Euro. In Köln sind Eltern mit einem Einkommen von bis zu 12.271 Euro beitragsfrei gestellt, in Siegen liegt die „rote Linie“ bei 29.999 Euro. Am günstigsten ist die Lage in Iserlohn. Dort muss bei einem Einkommen von unter 42.000 Euro nichts gezahlt werden. In Arnsberg hingegen fallen für eine 45-Stunden-Betreuung immer Gebühren an, egal in welcher Einkommensstufe die Eltern sich befinden.

Beitragshöchstgrenze Ab einer bestimmten Einkommensgrenze steigen die Elternbeiträge nicht mehr weiter an. Auch diese Höchstgrenze fällt in den Kommunen unterschiedlich aus: Von 61.001 Euro in Hamm bis zur Höchstgrenze von 175.001 Euro in Mülheim an der Ruhr ist alles drin. In Moers liegt die Marke bei 100.001 Euro.

Gebühren In Moers zahlen Eltern mit einem Einkommen von 20.000 Euro für 25 Stunden U3-Betreuung 44 Euro, für 45 Stunden 75 Euro. Für Kinder, die älter als drei Jahre sind, belaufen sich die Kosten in der entsprechenden Einkommensgruppe auf 26 beziehungsweise 48 Euro. Einkommen 40.000 Euro: 25 Stunden U3-Betreuung 152 Euro, 45 Stunden 235 Euro; Ü3: 72 beziehungsweise 135 Euro. Einkommen 60.000 Euro: 25 Stunden U3-betreuung 188 Euro, 45 Stunden 335 Euro; Ü3: 115 beziehungsweise 215 Euro. In der höchsten Einkommensstufe fallen für 25 Stunden U3-betreuung 365 Euro, für 45 Stunden 517 Euro an; Ü3: 226 beziehungsweise 407 Euro. Zum Vergleich: Den absolut höchsten Beitrag müssen gut betuchte Eltern ab einem Jahreseinkommen über 175.000 Euro für 45 Wochenstunden Betreuung von Kindern unter zwei Jahren in Mülheim bezahlen: Sie berappen 896 Euro pro Monat.

Belastung Zum ersten Mal hat der Steuerzahlerbund ermittelt, wie hoch die Belastung der Eltern gemessen an ihrem Jahreseinkommen ist. Bei Einkünften von 40.000 Euro und 45 Wochenstunden U2/U3-Betreuung liegt die Belastungsquote für Siegener Eltern zum Beispiel bei knapp zwei Prozent, während sie in Duisburg mit rund acht Prozent fast viermal höher ist. In Moers ist die prozentuale Belastung bei einem mittleren Einkommen von 40.000 Euro am höchsten. Für 25 beziehungsweise 45 Stunden U3-Betreuung liegt diese bei 4,56 beziehungsweise 7,05 Prozent. Das macht eine Jahresgebühr von 1824 beziehungsweise 2820 Euro. Für Kita-Kinder „über drei“ ergibst sich eine Belastung von 2,16 beziehungsweise 4,05 Prozent. Jahresgebühr: 864 beziehungsweise 1620 Euro.

Gratis-Kita Am besten sind Eltern in Düren dran. Dort wird seit dem 1. August komplett auf Kita-Gebühren verzichtet. In Düsseldorf ist die Betreuung von Kindern über drei Jahren beitragsfrei. Landesweit gilt Beitragsfreiheit für das dritte Kita-Jahr vor der Einschulung.

Forderungen Der Bund der Steuerzahler fordert unter anderem einen landesweit einheitlichen Rahmen mit Beitragsfreiheit bis zu einem Jahreseinkommen von 30.000 Euro.