Gastronomie Moers: Wirtshaus im Landratsamt öffnet im August

Gastronomie in Moers : Wirtshaus im Landratsamt öffnet im August

Rund sieben Monate haben Pächter Stipe Madzar und sein Team für die Einrichtung der neuen Gastronomie am Kastellplatz gebraucht. Bodenständig und ehrlich soll das kulinarische Angebot sein.

Es soll etwas Neues sein, nichts kopieren und nichts wegnehmen, sondern komplett machen. „Wenn es um Innenstadt-Gastronomie geht, darf es eigentlich keine Konkurrenz gebe – nur ein Miteinander“, sagt Stipe Madzar. Am 1. August eröffnet der Unternehmer, der unter anderem das Café Extrablatt am Altmarkt betreibt, im Alten Landratsamt am Kastellplatz das „Grafschafter Wirtshaus“: keine zusätzliche Systemgastronomie, sondern etwas, das zu Moers passt, wie der Name schon sagt. Der Moerser Politik war es wichtig, dass an dieser Stelle kein Lokal entsteht, das es an anderer Stelle in der Innenstadt bereits gibt. Man wollte keine Konkurrenzsituation heraufbeschwören. Deshalb ein Wirtshaus – in bester Lage im Herzen der Stadt.

Bodenständig und ehrlich soll das kulinarische Angebot sein, das Küchenchef Timo Wiesel und Madzar gemeinsam erarbeitet haben. Ein Schwerpunkt wird dabei auf süddeutscher Küche liegen, aber auch regionale Spezialitäten wie Sauerbraten oder „Himmel & Erde“ werden auf der Karte stehen. „Am Ende werden wir schauen, was sich die Gäste wünschen“, sagt Madzar. „Danach richten wir uns.“

Regional und nachhaltig produziert ist auch eine der Fassbier-Sorten, die das „Grafschafter Wirtshaus“ künftig anbietet: „Geilings Bräu“ liefert sein „Kellerpils“ aus Kamp-Lintfort in die Grafenstadt.

„Wir wollen die Kneipenkultur in Moers wieder aufleben lassen“, sagt Madzar. „In den vergangenen Jahren ist die ein wenig verloren gegangen. Ich freue mich jedenfalls, dass wir jetzt eröffnen können, und danke allen, die uns in den letzten Monaten dabei unterstützt haben.“ Mehr als zwei Jahre lang wurde das denkmalgeschützte Alte Landratsamt am Kastellplatz saniert. Die „Stadtbau Moers GmbH“ war Projektleiterin, der Zentrale Gebäudemanagement der Stadt Bauherr. Im Dezember hatten Stipe Madzar, der Erste Beigeordnete Wolfgang Thoenes und Dietmar Wortmann, Leiter des Fachdienstes Liegenschaften, den Mietvertrag für die Gastronomie unterschrieben. Für deren Einrichtungen brauchten der Pächter und sein Team am Ende vier Monate länger als ursprünglich geplant. Gründe waren unter anderem bauliche Anpassungen, zum Beispiel beim Zuschnitt der Küche und bei der Theke, aber auch die starke Auslastung der beauftragten Unternehmen.

Hauptnutzerin des historischen Gebäudes ist die Eigenbetriebsähnliche Einrichtung Bildung der Stadt mit Museum, Volkshochschule und Kulturbüro. Die Gastronomie im Souterrain der rechten Gebäudehälfte sollte ursprünglich eine große Brauerei gemeinsam mit einem Pächter übernehmen. Diese Kooperation kam aber nicht zustande. Mit Stipe Madzar gelang es schließlich, einen örtlichen Gastronom ins Boot zu holen.

Mehr von RP ONLINE