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Gastronomie in Moers: Trotzburg wird zur Speisekammer

Gastronomie in Moers : Trotzburg wird zur Speisekammer

Am Wochenende feierten Jennifer und Josip Madzarevic die Eröffnung ihres Lokals am traditionsreichen Standort in Moers. Eigentlich wollten sie bereits zur Spargelsaison starten, aber die Corona-Krise kam dazwischen.

Das Plakat „Neueröffnung“ prangt über dem Eingang der Moerser Trotzburg, einem der beliebten Traditionsrestaurants der Stadt. Jennifer (37) und Josip (40) Madzarevic haben sich lange auf diesen Moment gefreut. Doch mit Corona sollte alles anders kommen. Am ersten Juliwochenende war es dann endlich so weit. Das Ehepaar öffnete ihre „Speisekammer“, so der Name ihres Lokals in den alten Mauern der Trotzburg.

„Corona hat uns richtig ins Schleudern gebracht“, sagt der gelernte Gastronom. „Eigentlich wollten wir zum 1. Mai mit der Spargelsaison starten.“ So war es auch mit den Vorpächtern, Ruza und Ive Mikelic, ausgemacht. Nahtlos sollte der Restaurantbetrieb weiterlaufen, den zuvor in vier Generationen die Familie Dirksen in der Trotzburg aufgebaut hatte. Die Beziehung zu den Mikelic ist familiär. „Ich war schon als kleines Kind bei Ive in der Union-Klause. Er ist mit meinen Eltern befreundet. Später habe ich auch mit ihm gearbeitet“, erinnert sich der 40-jährige Gastrofachmann.

Mit der Trotzburg erfüllen sich der gebürtige Moerser mit kroatischen Wurzeln und seine Frau einen Traum. „Wir wollten immer ein eigenes Restaurant haben“, sagt Jennifer. Also fragten sie in regelmäßigen Abständen bei Ive Mikelic an, der nach 40 Jahren in der Union-Klause ab Mai 2018 noch bis zum Frühjahr seine Gäste in der Trotzburg verwöhnte. „Bei einem unserer letzten Besuche hat er dann verraten, dass er mit seiner Frau plant, in die kroatische Heimat zurückzukehren. Also konnten wir uns vorbereiten“, erzählt der zweifache Familienvater. Ebenfalls Corona-bedingt folgte der Rückzug von Ruza und Ive in den Ruhestand früher als gedacht, nämlich schon im März. Für das Ehepaar Madzarevic folgte eine spannende Zeit inklusive Aufbau einer erfahrenen Küchenmannschaft. „Wir brauchten noch einen Namen für unser Lokal und haben uns von der typischen Vorstellung einer Burg leiten lassen. Eine Speisekammer gehört in jede Burg, auch in die Trotzburg in Moers“, erzählen sie.

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Deutsch, frisch und gutbürgerlich ist das Motto der Speisekarte mit einem Burg-Teller, einem Ritterspieß wie auch veganen Gerichten. „Wir bieten eine Auswahl an regionalen und saisonalen Gerichten, ohne den Gast in seiner Entscheidung zu überfordern“, sagt Josip Madzarevic. In den Herbst- und Winterwochen kommen Muscheln, Wildgerichte und Gänsebraten auf den Tisch. Klassische Rouladen, Sauerbraten, Schnitzelvariationen, Nudel- und Fischgerichte oder Salate sind aktuell im Angebot. Das Ehepaar ist mit im Service. „Die deutsche frische Küche hat sehr viel zu bieten“, sagt der Gastronom, der sich bewusst für diese kulinarische Richtung entschieden hat. Die international aufgestellte Küche sei eh schon stark vertreten.

Coronabedingt wurden die Platze reduziert, es gelten Hygieneregeln. Nach Corona soll auch ein Mittagstisch dazukommen. In der Speisekammer lassen sich später wieder Familien- und Betriebsfeste feiern.