Moers: Gäste aus Israel erkunden den Niederrhein

Moers : Gäste aus Israel erkunden den Niederrhein

Seit Montagabend ist eine Reisegruppe aus der israelischen Partnerstadt Ramla in Moers zu Gast. Gemeinsam mit ihren Gastfamilien werden die Gäste aus Nahost auch den Niederrhein bereisen, um die deutsche Kultur kennenzulernen.

Obwohl der erste Austausch mittlerweile eine gefühlte Ewigkeit zurückliegt, erinnert sich Paul Süßer noch bestens daran. "1981 haben wir in Moers zum ersten Mal Gäste aus Israel empfangen, der Austausch begann damals noch als Schüleraustausch", sagt der Vorsitzende Arbeitskreis Internationale Jugendarbeit mit Israel im Kreis Wesel.

Süßer organisiert gemeinsam mit Otto Laakmann seit inzwischen 27 Jahren Austauschbesuche zwischen Gruppen aus Moers und der israelischen Kleinstadt Ramla, die seit 1986 Partnerstadt von Moers ist. Aus dem ehemaligen Schüleraustausch ist inzwischen eine feste Regelmäßigkeit geworden. Gruppen aus den beiden Städten besuchen sich jeweils einmal im Jahr. So auch aktuell. Seit gestern ist eine 18-köpfige Besuchergruppe aus Ramla in Moers zu Gast, die gestern Morgen von Bürgermeister Christoph Fleischhauer im Rathaus in Empfang genommen wurde.

Unter den Gästen ist in diesem Jahr sogar ein Amtskollege Fleischhauers: Mordechay Yitzhaki ist stellvertretender Bürgermeister von Ramla und ist mit seiner Frau nach Deutschland gereist. Wie die übrigen Gäste werden auch die Eheleute in Moers in einer Gastfamilie unterkommen. Dort sind auch die Moerser untergebracht, wenn sie einmal im Jahr in Israel zu Gast sind.

Paul Süßer war fast bei jedem dieser Besuche dabei. Bei dem Gedanken an seine vielen Aufenthalte in Ramla gerät er ins Schwärmen. "Man erlebt jedes Jahr etwas Neues", sagt er. Was Süßer am meisten beeindruckt, ist die Gastfreundschaft der Israelis, die aufgrund der gemeinsamen Geschichte nicht selbstverständlich ist. "Viele der Austauschfamilien haben im Holocaust Verwandte verloren, trotzdem sind die Familien den Deutschen gegenüber extrem herzlich", sagt Süßer. Von dieser Herzlichkeit möchten er und die Moerser Gastfamilien den Besuchern in den kommenden beiden Wochen etwas zurückgeben. "Aus den vielen Besuchen sind längst enge Freundschaften entstanden", sagt Süßer.

In Deutschland sollen die Gäste aber auch die deutsche Kultur kennenlernen. Geplant ist eine Reise entlang des Niederrheins. Schon heute geht es für die Gruppe nach Kleve und in den Biotopwildpark Anholt. Morgen besucht die Gruppe das Haus der Geschichte in Bonn. Das Programm wurde zum Teil in Absprache mit den israelischen Gästen zusammengestellt.

"Als wir in Israel zu Besuch waren, haben wir uns nach den Wünschen erkundigt", sagt Süßer. "Nächste Woche reisen wir nach Heidelberg zur Gedenkstätte Neckareltz, dieser Besuch gehört für uns einfach dazu."

(RP)
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