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Frauen üben in Moers das Schminken ab 60

Volkshochschule Moers : Frauen über 60 lernen das Schminken

Sechs Teilnehmerinnen des Kurses für ältere Damen lernen, mit Kajal, Wimpeentusche, Reinigungscreme und Lippenstiften umzugehen.

Schminken, auch „dekorative Kosmetik“ genannt, ist für viele Frauen in zunehmendem Alter oft ein Problem. Nicht nur die Haut verändert sich, sondern auch die Gesichtszüge und die Haarfarbe. Irgendwann stellt sich dann die Frage: „Ist mein bisheriges Makeup nicht langsam zu jugendlich für mich?“ Und: „Was passt eigentlich jetzt zu mir?“ Diese Fragen stellten sich auch die sechs Frauen, die jetzt in der Moerser Volkshochschule an einem knapp dreistündigen Schminkkursus der Visagistin Iris Meuser teilnahmen.

Was sie dabei lernten war, wie man auch als ältere Frau durch ein geschicktes Gesichtsmakeup nicht nur seine Persönlichkeit unterstreichen, sondern auch deutlich jünger aussehen kann.

„Ich habe mich eigentlich bisher nie besonders für Kosmetik interessiert. Aber inzwischen finde ich es schon wichtig, wie ich aussehe“, erklärte eine der Teilnehmerinnen gleich zu Beginn und erhielt dafür von den anderen ein kollektives Kopfnicken. „Ja, aber ich will auch nicht so angemalt aussehen, dass alle denken, ich könne mit meinem Alter nicht umgehen“, ergänzte eine andere.

Das, so versprach Iris Meuser, sei genau das Anliegen dieses Abends. „Nämlich älteren Frau zu helfen, sich so zu schminken, dass sie schön und gepflegt, aber nicht angemalt aussehen.“

Und dieses Versprechen hielt sie. In den darauf folgenden knapp drei Kursstunden erhielt jede der teilnehmenden Damen genau die Schminktipps, die ihrem Typ, aber auch ihrer Vorstellung von sich selber entsprachen. Dabei hatte jede ihre ganz speziellen Ansprüche. So litt eine über zunehmende Schlupflieder, eine andere über unangenehm stark gerötete Gesichtspartien und eine dritte fand sich mit ihren inzwischen grauen Haaren einfach „allgemein zu blass“. All das war für Iris Meuser kein Problem.

Sie hatte neben einer Reihe gängiger Schminkutensilien wie Reinigungs- und Grundierungscremes, Wimperntuschen, Kajal-, Augenbrauen- und Lippenstiften, sowie zahlreichen unterschiedlich farbigen Makeups vor allem eine Fülle von guten, produktunabhängigen Ratschlägen mitgebracht.

So riet sie zum Beispiel dazu, die Haut vor dem Schminken immer stets gründlich zu reinigen, Lidschatten niemals mit den Fingern, sondern immer mit einem so genannten „Applikator“ aufzutragen, und auch bei geringer Farbaufnahme niemals allzu heftig mit der Wimperntuschbürste in deren Farbgehäuse herumzurühren, weil dadurch erstens die Tusche schneller trocknet und zweitens mögliche Bakterien darin verbreitet werden könnten.

„Oh“, reagierte eine Teilnehmerin sichtlich erschrocken auf den letzteren Tipp: „Ich stochere immer ziemlich heftig mit meiner Wimpernbürste herum, wenn die Farbe weniger wird. Das wusste ich nicht.“ „Wieder was gelernt“, meinte eine ihr gegenüber sitzende Teilnehmerin, und alle anderen nickten erneut kollektiv.

Zuvor hatten sie gerade gemeinsam gelernt, wie wichtig eine gute Grundierung für das Auftragen der endgültigen Makeup-Farbe vor allem aber für die Gegend rund um das Auge ist, und dass ein natürlich aussehender Lidstrich am Oberlid möglichst genau in der Wimperwuchszone angebracht werden sollte.

„Die Betonung der Augen ist eine sehr wichtige Maßnahme für den individuellen Ausdruck des Gesichtes, sollte aber dennoch nicht übertrieben gehandhabt werden“, erklärte Iris Meuser und trug ihre mitgebrachten Lidschatten und Wimperntuschen deswegen nur sehr sparsam auf.

Mit Erfolg. Am Ende sahen alle Teilnehmerinnen in der Tat nahezu zehn Jahre jünger und trotzdem keineswegs „irgendwie so angemalt“ aus.