Moers: ,Frauen helfen Frauen' gefährdet

Moers: ,Frauen helfen Frauen' gefährdet

Für und mit Frauen arbeiten, sich ihrer Sorgen, ihrer Probleme und Nöte annehmen und sie zur Selbsthilfe führen, das ist die Maxime des Vereins Frauen helfen Frauen. Das Besondere ihrer Aufgabe: "Wir leisten Hilfe da, wo staatliche Stellen und caritative Verbände nicht mehr greifen", sagt die Sozialpädagogin Sabine Kellner.

Zusammen mit Martina Schmitz, Susanne Kempken und fünf ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen führt sie das Team in der Beratungsstelle an der Uerdinger Straße. "Unsere Anforderungen sind gewachsen, sie sind komplexer geworden", sagt Martina Schmitz, Sozialpädagogin und zuständig für die Finanzen. Sie spricht von einer mehr als 60-prozentigen Steigerung ihres Aufgabenbereichs in den letzten zehn Jahren. "Unsere finanzielle Situation läuft uns aus dem Ruder", so die Expertin. Sie beklagt den stetigen Rückgang der Einnahmen ebenso wie die kontinuierliche Steigerung der laufenden Kosten. "Und ausgerechnet in dieser schwierigen Situation plant auch noch die Stadt eine Kürzung unseres ohnehin knappen Etats von 5,5 Prozent – und das über vier Jahre", betont Martina Schmitz. "Werden diese Überlegungen konkret, sehen wir uns in unserer Existenz gefährdet", so Sabine Kellner. Der Verein hat aufgrund seiner schwierigen Finanzlage um eine Erhöhung von 11 000 Euro auf 15 000 Euro jährlich nachgesucht. Finanzexpertin Schmitz: "Wir bewegen uns auf dem Niveau von 1998. Damals wurde die Unterstützung durch die Kommune schon einmal um 20 Prozent gekürzt." "Wir werden kämpfen, um diese neuerliche und rigorose Kürzung abzuwenden. Soll unser soziales Engagement Erfolg haben, ist die finanzielle Unterstützung durch die Stadt unabdingbare Voraussetzung" – so ist die einhellige Meinung des Teams. Sabine Kellner ergänzt: "Letztendlich besetzen wir mit unserem aktiven Einsatz gegen häusliche und sexuelle Gewalt gegen Frauen und Kinder ein gesellschaftspolitisches Thema." </p>

(RP)