Fraktionsbruch spaltet die FDP in Moers

Neue „Freie Bürgerliste Moers“ : Fraktionsbruch spaltet die Moerser FDP

Für den in dieser Woche frisch gekürten SPD-Bürgermeisterkandidaten Ibrahim Yetim ist die Entscheidung der Grünen eine schlechte Nachricht. Diana Finkele, die als parteilose Kandidatin antreten soll, dürfte den 54-Jährigen Stimmen kosten.

Die Entscheidung soll am Montag spontan gefallen sein, die Nachricht am Mittwoch kam für die Liberalen überraschend: Seit dem 8. Januar sind Otto Laakmann und Paul Süßer keine Mitglieder der Moerser FDP-Fraktion mehr. Weder ihre Mandate, noch die Parteimitgliedschaft haben die Ratsherren niedergelegt. Mindestens bis zum Ende der laufenden Wahlperiode wollen sie in einer neuen Fraktion – der Freien Bürgerliste Moers – die Politik in der Grafenstadt mitgestalten. Süßer soll den Zusammenschluss als Vorsitzender leiten. Neben Otto Laakmann ziehen auch der stellvertretende Ortsverbandschef Rudolf Ehrhardt und Heinz Dams mit. Dino Mass, Bürgermeisterkandidat und bislang Vorsitzender der nun nicht mehr existierenden FDP-Fraktion, macht die Entscheidung zum Einzelratsmitglied wider Willen.

Nach 20 Jahren gemeinsamer politischer Arbeit sei dieser Bruch schon schmerzhaft, sagte Süßer bei einem Pressegespräch am Freitag. Für Dino Maas tue es ihm leid. Grund für den Ausbruch aus der Fraktion seien keine inhaltlichen Differenzen, sondern vielmehr der innerparteiliche Umgang miteinander gewesen. „Die Toleranz, Offenheit und Menschlichkeit fehlte plötzlich“, so Süßer. „Das hat mich zutiefst schockiert.“ Konkreter Auslöser war eine Entscheidung im August. Bei der Aufstellung der Reserveliste zur Kommunalwahl 2020 unterlag der damals stellvertretende Fraktionschef Otto Laakmann im Kampf um Listenplatz zwei FDP-Parteichef Martin Borges deutlich. Der 73 Jahre alte Laakmann warf dem Vorstand daraufhin Stimmungsmache und Altersdiskriminierung vor. „Mir geht es nicht um Revenge“, sagte er am Freitag. „Ich kenne mein Alter, denke aber, dass ich das politische Geschehen noch ein paar Jahre mitgestalten kann.“

Bei der FDP stößt der Vorgang auf Unverständnis. „Ich bin traurig über diesen Schritt, dem keine inhaltlichen Differenzen vorangegangen sind“, sagte Maas. Und Parteichef Martin Borges erklärte: „Wir als FDP fordern Süßer und Lackmann auf, ihre Mandate niederzulegen, damit dem Wählerwillen Respekt erwiesen wird und die Mandate zukünftig von den nachfolgenden FDP-Listenkandidaten wahrgenommen werden können.“

Eine Beteiligung an der Kommunalwahl im Herbst als „Freie Bürgerliste Moers“ wollen Süßer und Laakmann derzeit nicht ausschließen. Die Entscheidung hänge auch vom Zuspruch der kommenden Wochen ab, heißt es. Der Bürgermeister prüfe derzeit, ob bis dahin die aktuelle Besetzung der Ausschüsse beibehalten werden kann.