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Moers: "Formen und Abdrucke" aus Holz

Moers : "Formen und Abdrucke" aus Holz

Die Galerie Schürmann stellt Arbeiten des Kölner Bildhauers Götz Sambale aus.

Für Götz Sambale ist Holz ein besonderer Werkstoff. "Es spiegelt das Werden und Vergehen wider", sagt der 50-jährige Kölner. "Es arbeitet, verändert sich immer, besonders beim Trocknen. Es versprüht Energie. Durch Spannungen kann es Risse bekommen und irgendwann verrottet es. Es steht damit für das menschliche Leben." 32 seiner Holzskulpturen - Sambale spricht von "Formen" - sind bis zum 3. März in der Galerie Schürmann (Moerser Straße 252) zu sehen. Ferner präsentiert er 26 Unikatdrucke auf Büttenpapier, die er mithilfe der Skulpturen hergestellt hat.

"Im Keller stand ein Schraubstock, in dem immer Holz eingespannt war", blickt der gebürtige Unterfranke auf seine Kindheit und Jugend in Schweinfurt zurück. "Deshalb habe ich nach dem Abitur eine Schreinerlehre begonnen, obwohl meine Eltern Akademiker waren." Anschließend studierte er in Alfter bei Bonn Bildende Kunst, um 1996 nach Köln zu ziehen. Dort eröffnete er ein Atelier. "Ich brauche das Leben in der Stadt als Inspiration", berichtet der freischaffende Künstler. "Eine Stadt ist voll mit Holz, auch wenn nicht alle eine Stadt mit Holz verbinden. In Köln gibt es zum Beispiel unheimlich viele Parks und Alleen." Manchmal erhält er sein Laubholz, das er mit Kettensägen und Hobeln, Raspeln und Schleifmaschinen bearbeitet, direkt aus der Domstadt. Er zerlegt Stämme in Zylinder, Scheiben oder Würfel, um sie bis zu fünf Jahre lang trocknen zu lassen, bevor er sie "endgültig" formt. Oft spielt er mit der Spannung zwischen der organischen Form des Vorproduktes und der konkreten Form der Bearbeitung, beispielsweise wenn er den Mittelpunkt einer Baumscheibe als Quadrat entfernt und von dort eine Linie nach Außen aussägt.

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Manchmal fertigt er davon einen ersten Abdruck vom frischen Holz und einen zweiten vom abgelagerten. "Kreise werden zu Ovalen, Quadrate verzerren sich", sagt er über Abdrucke auf Büttenpapier. "Zwischenräume wachsen und verändern sich." So verschiebt er Proportionen, gelangt von Harmonien zu Disharmonien, um so zu irritieren und den Blick zu schärfen. "Die Betrachter können ihre eigenen Assoziationen bilden", sagt Götz Sambale. "Das ist das Beste, was ein Kunstwerk machen kann."

Die Ausstellung wird heute um 19 Uhr eröffnet. Die Kölner Kunsthistorikerin Marta Cencillo Ramirez stellt Götz Sambale und sein Werk vor.

(got)