Moers: Flüchtlingsrat kritisiert Politik

Moers: Flüchtlingsrat kritisiert Politik

Ende der Gesundheitskarte sei falsch, zudem werde es kaum kommuniziert.

Der Moerser Flüchtlingsrat hat jetzt eine Adresse im Netz. Unter www.fluechtlingsrat-moers.de ist die Gruppe zu finden. Der Sprecherrat, vertreten durch Claudia Landes und Nazeer Rona, hatte jetzt zu einem Treffen im Don-Bosco-Heim eingeladen.

Als höchst bedauerlich und fatal bezeichnete Nazeer Rona die Abschaffung der Gesundheitskarte. Hauptausschuss und Rat hatten die Entscheidung jüngst gefällt. Vielfach sei diese Information bei den rund 100 Nutzern der Gesundheitskarte nicht angekommen. Das müsse weitergegeben werden, so dass sie aus der städtischen Verantwortlichkeit zum Jahresende entlassen werden, sagte Rona. Er kritisierte die mangelnde Kommunikation. "Wir sind nicht die Boten der schlimmen Beschlüsse", sagte Apotheker Rona, der immer wieder in seiner Apotheke hilfesuchende Flüchtlinge berät.

Das Thema Unterbringung und Wohnen sorgte für immer neuen Gesprächsstoff. So würden nach einem Wasserschaden Sanitärteile in einer städtischen Wohnung ohne Beisein der Flüchtlingsfamilie ausgetauscht, während der Wasserschaden mit durchfeuchteten Wänden an sich unbeachtet blieb. Landes: "Es kann nicht sein, dass Wohnungsbegehungen ohne die Bewohner stattfinden und damit gegen ihre Rechte verstoßen wird."

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Einig war sich die Runde darin, dem Flüchtlingsrat NRW beizutreten, um Teil eines größeren Netzwerkes zu werden. Der Erfahrungsaustausch unter anderem zu Vorgehensweisen in Abschiebefällen sei ein Bereich, von dem der Moerser Flüchtlingsrat profitieren will. Dem Thema Kommunikation und Austausch hat sich der Flüchtlingsrat bereits mit seiner Homepage unter gestellt. Dort ist auch das Petitionsschreiben zum Erhalt der Gesundheitskarte nachzulesen.

Die neue Homepage versteht sich als Plattform, auf der die verschiedenen Projekte, Sprachkurse, Veranstaltungen, Ansprechpartner von Organisationen, Verbänden und ehrenamtliche Angebote in der Flüchtlingsarbeit gelistet werden. Die Seite soll mit der städtischen Seite verlinkt werden. "Wir suchen weiterhin Betreuer aus den verschiedenen Berufssparten, die sich im Ehrenamt als Starthelfer für Flüchtlinge engagieren wollen",sagte Landes. Das fördere auch den Spracherwerb. Am 20. Dezember ist der Flüchtlingsrat bei Bürgermeister Fleischhauer zu Gast.

(sabi)