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Feuerwehrleiter in Moers wünscht sich mehr Respekt für Einsatzkräfte.

Immer mehr Feuerwehrleute müssen sich bei der Arbeit gegen Angriffe wehren : Wehr: „Mehr Respekt für Einsatzkräfte“

Der 11. Februar ist der Europäische Tag des Notrufs. Der Moerser Wehrleiter Christoph Rudolph wünscht sich, dass Bürger mit schnellem und richtigen Notrufabsatz die Feuerwehrarbeit unterstützen.

Gewalt gegen Einsatzkräfte oder Gaffer, die die Rettungen bei steigenden Einsatzzahlen behindern – die Arbeit der Feuerwehr ist schwieriger geworden. „Das sind zusätzliche Herausforderungen für die Einsatzkräfte“, erzählt Christoph Rudolph, Leiter der Moerser Feuerwehr. Mit dem richtigen Absetzten des Notrufs und passendem Verhalten am Einsatzort, kann man die Feuerwehr jedoch unterstützen.

Etwa 1300 mal rückte die Moerser Wehr zur Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung im letzten Jahr aus. Dazu kommen fast 14.000 Rettungsdiensteinsätze, also medizinische Notfälle, wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte. Die Einsatzzahl sei klar steigend, sagt Rudolph. Das läge zum Teil an der alternden Gesellschaft. „Die Leute sind aber auch aufgeklärter“, sagt er. „Allein beim Thema Schlaganfall. Die Menschen rufen uns da heute eher an als früher.“ Auch steigender Verkehr und mehr Unwetterlagen seien Ursachen.

Die Feuerwehr Moers hat deshalb Stellen ausgebaut und zusätzlich mehr Ressourcen bekommen. „Es wurde viel Geld investiert, unter anderem in neue Fahrzeuge“, sagt Rudolph. 120 hauptamtliche Kräfte und 300 freiwillige sind bei der Feuerwehr Moers tätig. Dennoch, wird die Personalsituation nicht einfacher. „Auch an uns geht die demografische Entwicklung nicht vorüber. Technische Berufe und Berufe im Gesundheitswesen sind allgemein Mangelware.“ Auch sie müssten sich anstrengen Nachwuchs zu finden. „Wir sind dankbar für jeden, der uns, auch im freiwilligen Bereich, unterstützt“, sagt der Feuerwehrleiter.

Auch der Arbeitsalltag der Feuerwehr sei schwieriger geworden. Gewalt, tätliche Angriffe und Beleidigungen, seien immer häufiger. Im Rahmen einer Halloween-Party in Moers wurden vergangenes Jahr beispielsweise zwei Rettungssanitäter der Feuerwehr so schwer attackiert und verletzt, dass sie ärztlich versorgt werden mussten und ihren Dienst nicht fortsetzten konnten.

„Der Respekt vor den Einsatzkräften geht verloren.“ Dieses Problem, teile man mit der Polizei und anderen öffentlichen Einrichtungen. Auch Schaulustige, die nichts unternehmen oder ihr Handy zücken um Fotos zu machen, seien ein großes Problem. „So verstreicht wertvolle Zeit und wir werden zusätzlich bei der Arbeit behindert.“

Statt zuzuschauen und nichts zu tun, sollte man in Notsituationen immer die 112 anrufen, sagt Rudolph. Es komme auf jede Minute an. Wichtige Infos sind: Wo ist was passiert, wie viele und welche Verletzungen gibt es – und warten auf Rückfragen. Man sollte vor Ort bleiben, eventuell die Straße absperren und die Betroffenen betreuen. Wenn es geht, Erste Hilfe leisten, und für Rückfragen der Feuerwehr zur Verfügung stehen. „Dann haben wir schon viel gewonnen“, sagt Rudolph.

Er wünscht sich mehr Respekt und Verständnis für die Einsatzkräfte. „Wenn wir zur Personenrettung für ein paar Minuten die Straße blockieren müssen, können wir kein Hupen oder dummen Sprüche gebrauchen“, sagt Rudolph. „Wir wollen schließlich nur helfen und unseren Job machen.“