Moers: Feuer-Fehlalarm: Stadt bittet zur Kasse

Moers: Feuer-Fehlalarm: Stadt bittet zur Kasse

Löst eine Brandmeldeanlage fälschlich aus, soll der Betreiber künftig für die kompletten Einsatzkosten aufkommen.

Feuer in der Grafschafter Passage! So hieß es am Montagnachmittag. Die Feuerwehr rückte aus - um kurz darauf unverrichteter Dinge zur Wache zurückzukehren. Es war ein Fehlalarm. Rund 100 Mal war die Moerser Feuerwehr im vergangenen Jahr im Einsatz, weil Brandmeldeanlagen ausgelöst hatten, 88 Mal davon handelte es sich um Fehlalarme. Entschieden zu oft, findet die Stadt. Sie möchte deren Betreiber dazu animieren, sich besser um die Anlagen zu kümmern. Wie? Natürlich übers Geld. Geplant ist eine saftige Erhöhung der Gebühren für Einsätze aufgrund von Fehlalarmen.

Brandmeldeanlagen arbeiten ähnlich wie die Rauchmelder, die jeder in der Wohnung haben sollte. Anders als die privaten Rauchmelder sind die Anlagen aber direkt mit der Kreisleitstelle der Feuerwehr verbunden. Löst die Anlage aus, wird die Wehr automatisch alarmiert. Die Kreisleitstelle schickt dann die Kräfte vor Ort auf den Weg.

"Brandmeldeanlagen sind unter anderem für Altenheime, Krankenhäuser, Schulen und Firmen gesetzlich vorgeschrieben", sagt Stadtsprecher Klaus Janczyk. Auch im Rathaus und anderen öffentlichen Gebäuden gebe es welche. Die Betreiber seien angehalten, die Anlagen zu warten und so einzustellen, dass sie nicht versehentlich auslösen. Nicht jeder Betreiber komme dieser Pflicht nach. So geschehe es, dass die empfindlichen Anlagen auslösen, wenn Staub eindringt oder sich - zum Beispiel bei Reparaturarbeiten - Wasserdampf im Raum ausbreitet. "Dann muss die Anlage im betroffenen Bereich eigentlich abgestellt werden", sagt Janczyk. Zu Fehlalarmen komme es beispielsweise auch, weil Leute Zigaretten rauchen, wo dies nicht erlaubt sei.

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Der Einsatz von Feuerwehr-Fahrzeugen und Personal kostet Geld, bisher bleibt die Stadt auf einem Großteil der Kosten sitzen. 440 Euro stellt sie dem Betreiber einer Anlage nach einem Fehlalarm in Rechnung. Davon bleiben der Stadt oft lediglich 161 Euro übrig, denn die Gebühren für einen eventuell mit ausgerückten Rettungswagen - 279 Euro - muss sie selbst an den Kreis erstatten. Eine Gesetzesänderung erlaubt der Stadt nun eine, so Janczyk "betriebswirtschaftliche Berechnung von Einsätzen". Im Klartext: Sie darf die Einsatzkosten nach Fehlalarmen komplett eintreiben. Dafür hat die Stadt die Kosten für jedes Fahrzeug und das Personal neu aufgeschlüsselt und berechnet. Unterm Strich setzt sie eine Summe von 1177 Euro ohne Einsatz eines Rettungswagens und 1456 Euro mit Rettungswagen an.

Zwar bezieht sich die geplante Neuregelung in erster Line auf Brandmeldeanlagen. Natürlich drohen die höheren Kosten aber auch Personen, die missbräuchlich Feuermelde-Knöpfe drücken. Dann ist, wie bisher auch, zusätzlich mit Geldbußen zu rechnen.

Muss ich nun Angst haben, die Feuerwehr zu rufen, wenn beim Nachbarn der Rauchmelder piept? Auf keinen Fall, betont Janczyk. Wer guten Glaubens die Feuerwehr rufe, brauche nicht zu befürchten, später zur Kasse gebeten zu werden. Janczyk: "Im Zweifelsfall bitte immer die 112 rufen."

(RP)