FDP-Streit in Moers: Laakmann schreibt NRW-Parteichef an

Kommunalwahl in Moers : FDP-Streit: Laakmann schreibt NRW-Parteichef an

Mit dem Vorwurf der „Ausgrenzungsstrategie und Altersdiskriminierung“ hat sich der 73-Jährige an Joachim Stamp gewandt.

Die Personalie Laakmann zieht weitere Kreise bei der FDP. Wie berichtet, haben die Mitglieder des Ortsverbands am vergangenen Donnerstag die Reserveliste zur Kommunalwahl 2020 aufgestellt. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Otto Laakmann (73) unterlag dabei im Kampf um Listenplatz zwei in Parteichef Martin Borges (58). 44 der 53 anwesenden stimmberechtigten Mitglieder sprachen sich für Borges als „Nummer zwei“ hinter Fraktionschef und Bürgermeisterkandidat Dino Maas aus. In die Waagschale geworfen wurde dabei offenbar auch das Alter Laakmanns (73). Der hat sich jetzt mit einem Schreiben und dem Vorwurf der „Ausgrenzungsstrategie“ an NRW-Parteichef Joachim Stamp gewandt.

Von NRW-Parteichef Joachim Stamp fordert Laakmann jetzt, Stellung zu beziehen. Foto: dpa/Roland Weihrauch

„Ich möchte Sie als Landesvorsitzenden der FDP in Nordrhein-Westfalen darüber informieren, dass es in unserem Landesverband offensichtlich eine Strategie zur Ausgrenzung verdienter Kommunalpolitiker gibt“, heißt es in dem Brief, der unserer Redaktion vorliegt und in Kopie unter anderem auch an den FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner gegangen ist.

Martin Borges betont: „Wir wollen eine altersmäßig gute Durchmischung im Team“. Foto: Julia Hagenacker

Im Vorfeld der Aufstellung der Reserveliste für die Kommunalwahl 2020 hätten Mitglieder der Moerser FDP Anfang Juli an einem Workshop der Friedrich-Naumann-Stiftung teilgenommen, schildert Laakmann die Situation vor dem Ortswahlparteitag. Die Leitung der Tagung habe Monika Ballin-Meyer-Ahrens aus Leverkusen gehabt. „Leider wurden Aussagen von Frau Ballin-Meyer-Ahrens in Moers so weitergegeben, als wenn bei der Aufstellung der Reserveliste nur noch das aktuelle Lebensalter, nicht aber die Erfahrung und Bekanntheit im örtlichen Bereich Kriterium sein dürfte. So wurde mir, trotz meines Angebots zur erneuten Kandidatur, erst drei Tage vor der Wahlversammlung auf meine Nachfrage hin unmissverständlich erklärt, dass ich zu alt sei und man in Zukunft auf meine weitere Mitarbeit als Ratsmitglied verzichten wolle. Dies, hieß es, habe die Referentin in Gummersbach doch allen Teilnehmern so erläutert.“

Eine solche Aussage, sagt Laakmann, habe allerdings weder er, noch sein Ratskollege Paul Süßer vernommen. Süßer verzichtete nach Laakmanns „Abwahl“ auf eine vom Parteivorstand gewünschte Kandidatur für Listenplatz drei. Nun, sagt Laakmann, werde mit der angeblichen Empfehlung Ballin-Meyer-Ahrens’ Personalpolitik betrieben und „alle lebensälteren und erfahrenen Kommunalpolitiker zum Verzicht auf einen aussichtsreichen Listenplatz bei der Kommunalwahl gedrängt“. Vom Landesvorstand erwarte eine klare Positionierung zu diesem Vorgang. „Vor dem Hintergrund der demografischen Struktur unserer Bevölkerung ist eine willkürliche Grenze von zum Beispiel 70 Jahren nicht akzeptabel.“

Unterstützung bekommt Laakmann diesbezüglich vom Moerser FDP-Mitglied Heinz Dams. Der ehemalige stellvertretende Landrat und Fraktionsvorsitzende im Kreistag spricht von einer „großen Unverfrorenheit. Die, die viel geleistet haben, sollen systematisch ausgebotet werden“, sagt er. „Menschlich und sachlich ist das nicht nachzuvollziehen.“