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Moers: FDP: Hotel im Knast

Moers : FDP: Hotel im Knast

FDP-Fraktionsvorsitzender Dino Maas schlägt vor, ein Hotel oder Hostel in dem seit Jahren leerstehenden ehemaligen Hafthaus an der Moerser Haagstraße einzurichten.

Ferien hinter Gittern: So stellt sich die Moerser FDP die Zukunft für das seit zwölfeinhalb Jahren leer stehende Moerser Hafthaus vor. Nachdem die ehemalige FDP-Ratsfrau Beret Roots einige Nächte in einem ehemaligen Militärgefängnis im slowenischen Ljubljana verbracht hatte, haben die Liberalen in Moers ein altes Lieblingsthema wiederentdeckt: Sie möchten ein Hotel in der Moerser Innenstadt errichten. Dieses Mal ist es aber nicht das alte Neue Rathaus, das die Liberalen als potenzielle Herberge entdeckt haben, sondern das Hafthaus an der Moerser Haagstraße.

Seit zwölfeinhalb Jahren steht das im Jahre 2014 in Betrieb genommene und zum Teil denkmalgeschützte Gebäude leer. Versuche, es als Flüchtlingsunterkunft oder Gefängnis zu reaktivieren, scheiterten an den Kosten. Auch der Vorschlag, die Gitterzellen in Hotelzimmer für weniger Betuchte umzuwandeln ist nicht neu. Schon vor sieben Jahren haben Studierende der Uni Dortmund vorgeschlagen, den ehemaligen Moerser Knast in ein Fahrradhotel umzubauen.

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"Rechtlich wäre das zulässig", bestätigt Thorsten Schröder von der Stadt Moers. Allerdings habe ein Gutachten des Hotel- und Gaststättenverbandes vor einigen Jahren einen Bedarf von allenfalls einem mittelgroßen Hotel in Moers gesehen. Dieser Bedarf werde gedeckt sein, falls die Pläne für einen Hotelneubau gegenüber der Horten-Brache realisiert werden.

Trotzdem will FDP-Fraktions-Chef Dino Maas an seinem Vorschlag eines Haft-Hostels festhalten. "Ein Knast-Hotel würde jede Menge Leute anlocken und auch gut zum Moers-Festival passen. Wir dürfen die Chance jetzt nicht vertun. Wir hoffen, dass mit der neuen CDU-FDP-Landesregierung wieder Bewegung in die Sache kommt." Allerdings steht er derzeit mit seinem Optimismus ziemlich alleine. Mark Rosendahl (SPD) hält den Vorschlag für "nicht realistisch". Ingo Brohl (CDU) findet die Hotel-Idee zwar "cool, aber zu kompliziert". Es gehe jetzt darum, das gesamte Quartier möglichst schnell zu entwickeln. Damit spielt er auf die laufenden Gespräche zwischen Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) als Eigentümer des Gefängnisses, der evangelischen Kirchengemeinde mit ihrem Tersteegen-Haus, der Arbeitsagentur und der Stadt Moers an. Besonders bei der Kirchengemeinde herrscht große Frustration darüber, dass das vom Bauministerium Anfang 2015 vermittelte Moderationsverfahren bis jetzt nicht in Gang gekommen sei. Die Gemeinde ist aus dem Erlös aus dem Verkauf des Tersteegen-Hauses angewiesen, kommt aber nicht weiter, so lange das Schicksal des Hafthauses nicht geklärt ist. Dessen Eigentümer, der BLB, wiederum verweist auf die Stadt Moers. "Wir hatten mit der Stadt Ende 2016 ein Werkstattverfahren vereinbart. Auf dessen Ergebnis warten wir noch", sagt der Duisburger BLB-Chef Armin Lövenich.

Tatsächlich hat die Stadt private Planungsbüros aufgefordert, Vorschläge für die Entwicklung des Quartiers einzureichen. Die Vergabe habe sich aber verzögert, weil zunächst nicht genügend Angebote eingegangen seien, berichtet der Moerser Stadtentwickler Martin Dabrock. Nun aber könne das Vergabeverfahren bald starten. "Ich bin sicher, dass sich die Planer dann auch mit der Hotel-Idee befassen werden."

(RP)