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Moers: FDP: Bedingungen auf Wache unzumutbar

Moers : FDP: Bedingungen auf Wache unzumutbar

Auf Einladung der FDP besuchte der Landtagsabgeordnete Robert Orth die Polizeiwache in Neukirchen-Vluyn. Er soll sich in Düsseldorf dafür starkmachen, dass die Beamten eine neue Wache bekommen.

Die Bohlen knarren bei jedem Schritt. In der oberen Etage ist der Boden so uneben, dass Kugelschreiber vom Tisch und Bürostühle von alleine rollen. Die Umkleiden der weiblichen und männlichen Beamten sind lediglich durch Spinde voneinander getrennt. Eine alte und enge Holztreppe führt in die oberen Etagen. Eine Vernehmung von behinderten Menschen ist dort kaum möglich. Die Polizeiwache an der Andreas-Bräm-Straße befindet sich in einem schlechten, fast schon maroden Zustand. "Es besteht seit Jahren Handlungsbedarf", betonte gestern Norbert Wehren, Vorsitzender des FDP-Stadtverbandes. Erklärtes Ziel: ein neues Gebäude für die Polizeiwache.

Aus diesem Grund hatte Wehren den liberalen Landtagsabgeordneten Robert Orth für gestern zu einer Besichtigung eingeladen. Der Politiker soll sich im Düsseldorfer Landtag dafür starkmachen, dass die 30 Polizeibeamten in Neukirchen-Vluyn schon bald in ein neues Gebäude umziehen können. Fazit: "Die Arbeitsbedingungen sind unzumutbar. Es ist ein stark abgewohntes Gebäude. Vor allem Sanitäreinrichtungen scheinen deutlich älter als die Beamten, die hier ihren Dienst verrichten." Robert Orth versprach, seine Eindrücke in den Düsseldorfer Landtag hineinzutragen und Innenminister Ralf Jäger (SPD) zum Handeln aufzufordern.

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Derzeit sieht die Lage gut aus: Wie berichtet, teilte das Innenministerium in einem Schreiben an Bürgermeister Harald Lenßen mit, dass das für Neukirchen-Vluyn wichtige Projekt für die Bau- und Mietliste 2014 angemeldet werden soll. "Wir sind guter Dinge, dass es gelingt. Denn vom Zustand her ist die Wache im Kreis Wesel einzigartig", betont Sascha Kaiser von der Kreispolizeibehörde Wesel. Das Gebäude, das 1904 erbaut wurde und seit Mitte der 1960er Jahre als Wache genutzt wird, weist viele altersbedingte Abnutzungserscheinungen auf: Isolierungen, Brandschutz, Mauerwerk machen den Umzug in ein anderes Gebäude notwendig. "Man kann es den Beamten nicht hoch genug anrechnen, unter welchen Bedingungen sie hier arbeiten", betonte Bürgermeister Harald Lenßen und hofft, dass der Innenminister seine gemachte Zusage einhält. "Im Hintergrund laufen bereits die Vorbereitungen, damit das Kabinett beschließen kann, welche Bauten realisiert werden", berichtet Kaiser. Die Bau- und Mietliste ist eine Prioritätenliste über alle notwendigen Bauprojekte im Land. Sobald das Land einen Beschluss gefasst habe und grünes Licht für das Neukirchen-Vluyner Vorhaben gebe, könne die Ausschreibung rausgehen.

(RP/rl/sgo)