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Familien gehen bei Anhamm in Kamp-Lintfort unter die Hofentdecker.

Landwirtschaft in Kamp-Lintfort : Familien gehen unter die Hofentdecker

Landwirt Kevin Anhamm begrüßte am Sonntag zahlreiche Besucher auf seinem Hof. Sie nutzten die Möglichkeit, den modernen Milchkuhbetrieb der Familie an der Molkereistraße zu besichtigen.

Sonntagmittag, 13 Uhr, zahlreiche Besucher sind auf dem Hof der Familie Anhamm an der Molkereistraße 54 in Kamp-Lintfort unterwegs, darunter begeisterte Kinder und wissbegierige Erwachsenen. Im Rahmen des Arla Hofentdeckertags bekommen sie einen direkten Einblick in einen modernen Milchkuhbetrieb. Für die Kinder sind mehrere Stationen vorhanden: An einer großen Wagen können sie beispielsweise spielerisch erfahren, wie viel eine Kuh an einem Tag isst.

Mit kleinen Traktoren oder Hüpfkühen dürfen die Kinder den Spielbereich erkunden, und auch ein kleines Hof-Quiz sorgt für Begeisterung. Auf einer Hoftour mit Landwirt Kevin Anhamm erhalten die Erwachsenen Hintergrundinformationen über die Milch. Vom Futter über das Abkalben bis zum Melkroboter, alle Themen über die Milch und woher sie kommt werden geklärt. „Der Hof besitzt sogar drei Jersey-Kühe. Der Unterschied besteht darin, dass die Milch höhere Inhaltstoffe hat als die bekannte. Zudem geben Jersey-Kühe allgemein weniger Milch“, erklärt Jan Daniels, der vor vier Jahren eine Ausbildung auf dem Hof der Anhamms gemacht hat. „Uns liegt die Gesundheit der Tiere sehr am Herzen. Deshalb sorgen wir auch für eine Abkühlung an heißen Tagen: Die Kühe werden mit Wasser besprüht, und Ventilatoren sorgen für ausreichend Luft“, sagt Daniels. Für besonderes Staunen sorgen die Melkroboter. „Die Kühe können von alleine dort hinein gehen. Die Maschine berechnet dann, wie viel Milch die Kuh geben kann. Liegt der Wert über acht Liter werden die Zitzen stimuliert und gereinigt. Der Roboter pumpt dann die Milch durch ein Vakuum ab. Währenddessen bekommt die Kuh zur Belohnung Kraftfutter“, sagt Tim Bienen-Scholt, der ebenfalls vor einem Jahr Lehrling auf dem Hof war. „Leider gibt es sehr viel Unwissenheit darüber, was wir Landwirte leisten. Durch den Rundgang und den offenen Besuchstag können die Leute uns persönlich ansprechen und bekommen einen sehr guten Einblick von unserer Arbeit“, sagt Kevin Anhamm, Landwirt und Genossenschaftsmitglied von Arla Foods. „Die Stadtleute sollen für das Thema Landwirtschaft sensibilisiert werden. Ganz viele Produkte bestehen aus Milch, und nicht jeder kennt den gesamten Prozess dahinter“, sagt Markus Teubner, Pressesprecher von Arla Foods. Besonders wichtig für Teubner ist es, dass der Gewinn den Landwirten gehört. „Deshalb bekommen die Arla Produkte auch immer ein bestimmtes Siegel, das darauf hinweist“, verspricht Teubner. Ab Ende des Jahres soll die Arla Milch sogar komplett gentechnisch frei sein. „Das gelingt durch die Fütterung der Kühe. Ich habe auch auf gentechnische freies Futter umgestellt. Wir bauen unsere Futter selbst an“, sagt Anhamm. Dass der Entdeckertag sehr gut bei den Besuchern ankommt, zeigen nicht nur der volle Parkplatz, sondern auch die Rückmeldungen der Familien. „Am besten finde ich die Informationen über die Produkte. Als Mutter ist man sehr neugierig was alles da drin steckt“, sagt Stephanie Fercho.