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Faisal Kawusi – ein Comedian aus Kawusistan im „Bollwerk 107“

Kurzkritik : Faisal Kawusi – ein Comedian aus Kawusistan im „Bollwerk 107“

Er ist 28 Jahre alt, 190 Zentimeter groß, deutlich übergewichtig, und hat afghanische Wurzeln. Sein Name ist Faisal Kawusi, und er ist einer der vor allem bei jüngeren Leuten zurzeit angesagteste Standup-Comedians.

Nachdem er bereits im vergangenen Jahr die Vorpremiere seines zweiten Solo-Programms „Anarchie“ im ausverkauften Kulturzentrum Bollwerk 107 präsentiert hatet, war er jetzt in der Enni-Eventhalle zu Gast. Und auch dabei blieben nur wenige Stühle unbesetzt.

„Willkommen in Kawusistan. Hier kommt euer Comedian, Moderator und Curvy-Model Faisal Kawusi“, kündigte zunächst nur eine Lautsprecherstimme den Auftritt des beliebten Comedians an, bevor er schließlich unter großem Applaus selber auf der Bühne erschien und sogleich direkten Kontakt zu seinem Publikum aufnahm.

„Wie heißt du? Was machst du? Wo kommst du her? Und wo hast du deinen Partner kennenlernt?“ Von einer Besucherin aus Goch wollte er wissen, wie viele Kinder sie hat. „Ich bin 18“, antwortete sie etwas irritiert, brachte Faisal damit aber nur kurzzeitig aus dem Konzept. „Und die Dame neben dir? Ist das deine Mutter?“ „Nein, meine Schwester.“ Das war offenbar nicht ganz so geplant, sorgte aber trotzdem für einige Lacher. Anschließend wurde dann ein männlicher Besucher aus Moers befragt, ob Moerser so heißen, weil sie „Bomben von weiter abwerfen“, und der neunjährige Levin durfte auf die Frage antworten, ob er noch zur Schule gehe.

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Es war dieser immer wieder spontane Kontakt zu seinen Zuschauern, der dem Comedian in seinem gut zweistündigen Programm die meisten Lacher einbrachte. Aber auch seine eigenen Erlebnisberichte von überforderten Kassenärzten – „Fettleibig, erkältet und Rückenschmerzen“ – kamen gut an, ebenso wie seine Erfahrungen mit schlimmen schwäbischen Namen wie „Sebaschtian“ oder auch seine köstlich selbstironischen, mit zahlreichen Hüft- und Hinternschwüngen untermalten Geschichten von vergeblichen Versuchen, schöne Frauen in angesagten Tanz-Clubs aufzureißen.

Wie schon in seinem ersten Soloprogramm „Glaub’ nicht alles, was du denkst“, begeisterte Faisal Kawusi wieder mit einer gelungenen Mischung aus Publikumsnähe und amüsanten Geschichten als Deutsch-Afghane.