Moers: Ex-Schandfleck soll weiter sauber bleiben

Moers: Ex-Schandfleck soll weiter sauber bleiben

Mit einen Sofortprogramm in Höhe von zwei Millionen Euro will das Land in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn gegen Graffiti-Schmierereien vorgehen. Wie NRW-Verkehrsminister Lutz Lienenkämper gestern mitteilte, sollen landesweit 110 verschandelte Bahnhöfe und Haltepunkte optisch aufgewertet werden.

Sie seien das "Eingangstor zur Bahn" und sollten einen guten Eindruck hinterlassen, so der Minister. Verschmierte Bahnhöfe wirkten dagegen verwahrlost und verursachten Ängste.

Moerser Bahnhof auf der Liste

Auch der Moerser Bahnhof steht auf der Schandfleck-Liste. Zwar ist das eigentliche Gebäude vor kurzem aufwändig saniert worden, und auch der Vorplatz wurde fein herausgeputzt. Schmierereien im angrenzenden Tunnel wurden übermalt. Aber es geht ja auch um die Vorsorge, nach dem Motto "Wehret den Anfängen". Falls wieder Graffitis am Moerser Bahnhof geschmiert werden, sollen sie nach der gestern vorgestellten Behandlung nahezu mühelos entfernt werden können. Das Geheimnis: Die Betonwände, die offenbar magisch Sprühdosen-Attacken auf sich lenken, wurden mit einer speziellen Farbgrundierung überzogen, von der sich Sprühfarben weitaus leichter als bisher entfernen lassen.

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Land und Bahn wollen sich die Kosten für das Reinigungsprogramm teilen. Für die Bahn summierten sich die Vandalismusschäden auf bundesweit 50 Millionen Euro im Jahr, so Bahn-Bevollmächtigter Reiner Latsch. Davon entfielen etwa 8,5 Millionen allein auf NRW. Der Ehrgeiz seines Unternehmens sei es, Graffiti innerhalb von 72 Stunden zu beseitigen. Dafür stünden eigene Kräfte zur Verfügung; es würden aber auch entsprechende Aufträge an örtliche Unternehmen vergeben.

Ein ähnliches Verfahren wird in Moers bereits praktiziert, etwa beim Kaiserdenkmal im Park am Königssee. Das Unternehmen Exuweg arbeitet dabei mit dem SCI zusammen.

Seit 2005 werden Schmierereien in NRW als Sachbeschädigung bestraft. Seither sei ein rasanter Anstieg an Anzeigen zu verzeichnen, so das NRW-Innenministerium auf Anfrage unserer Zeitung. Allein im vergangenen Jahr wurden landesweit 28 000 Fälle von Graffiti-Schmierereien registriert. Der Anteil der Graffiti an den Sachbeschädigungs-Delikten liegt bei 16 Prozent. Wer erwischt wird, muss damit rechnen, die Kosten für die Reinigung der beschmierten Flächen zu übernehmen, die leicht mehrere Tausend Euro betragen können. Die Aufklärungsquote ist mit 19 Prozent — das heißt: jeder fünfte Sprüher wird erwischt — allerdings noch recht gering. "Wir setzten auf die örtlichen Ordnungspartnerschaften", so das Düsseldorfer Innenministerium.

(RP)