Evangelische Gemeinden im Moerser Norden fusionieren

Kirche in Moers : Evangelische Gemeinden fusionieren

Die Kirchengemeinden Eick, Meerbeck, Repelen und Utfort heben die „Evangelische Kirchengemeinde Rheinkamp“ aus der Taufe.

Die Idee ist bereits einige Jahre alt, die Entscheidung aber taufrisch: Am Wochenende haben die Presbyterien der evangelischen Gemeinden Utfort, Eick, Repelen und Meerbeck bei einer Klausurtagung beschlossen, zum 1. Januar 2020 zu fusionieren. Die neue „Supergemeinde“ wird den Namen Evangelische Gemeinde Rheinkamp tragen und mit (Stand jetzt) insgesamt 9867 Mitgliedern die größte im Kirchenkreis sein. „Alle fühlen sich mit dem Namen wohl“, sagte am Montag Pfarrer Christoph Roller, der den Fusionsprozess als Koordinator begleitet. Die alten Gemeindenamen bleiben als Bezeichnungen für die vier Seelsorgebezirke der neuen Gemeinde erhalten, die dann aber ein gemeinsames Presbyterium als Leitungsgremium wählen.

„Wir müssen eine verbindliche Form der Zusammenarbeit finden, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen“, sagte Pfarrerin Barbara Weyand (Meerbeck). Mitgliederzahlen, Pfarrstellen, Finanzen schwinden – darauf müssen und wollen sich die Gemeinden einstellen. „Jetzt nicht zu handeln, wäre fahrlässig“, sagte Dorothea Mathies, die am Sonntag zur Pfarrerin in Eick gewählt werden soll. Für 2024 stehe eine Reduzierung der Pfarrstellen in der neuen Gemeinde von jetzt 3,5 an. Vorläufig sollen aber alle Seelsorger für ihre Gemeindemitglieder vor Ort bleiben. In allen Kirchen werde es wie gewohnt Gottesdienste geben. Auch alle in den Gemeinden aktiven Gruppen könnten wie gewohnt weitermachen. Allerdings wird es künftig wohl mehr gemeinsame Gottesdienste, Konzerte und andere Veranstaltungen geben. Außerdem wird es nur noch einen gemeinsamen Gemeindebrief, einen Internetauftritt und ein gemeinsames neues Gemeindesiegel geben, in dem sich alle wiederfinden sollen.

Und: Pfarrer und Pfarrerinnen werden bestimmte Aufgaben zentral in die Hand nehmen. So wird Pfarrer Thorsten Kämmer (Repelen) mit einem Team schon in diesem Jahr die Konfirmandenarbeit für alle Gemeinden (künftig: Seelsorgebezirke) in die Hand nehmen. Das habe etliche Vorteile. Beispielsweise könnten die Jugendlichen mit Freunden aus einem anderen Seelsorgebezirk am Konfirmanden-Unterricht teilnehmen und sich aussuchen, in welcher der vier Kirchen sie konfirmiert werden möchten. „Wir sehen die Fusion als Gewinn, nicht als Verlust“, sagte Kämmer. Diese Sicht habe sich auch in Gemeinde-Workshops durchgesetzt, in denen die Mitglieder der Gemeinden sich mit dem Zusammenschluss auseinandergesetzt haben.

Die vier Gemeinden beschäftigen zurzeit rund 70 Frauen und Männer, zum Beispiel in Pfarrbüros und Kindergärten. Niemand werde aufgrund des Zusammenschlusses entlassen, betonte Georg Bürgers, Presbyteriumsvorsitzender aus Eick. Möglich sei aber, dass künftig manche Stelle nicht neu besetzt werde, wenn jemand aufhört. Bürgers erwartet auch im Personalbereich Vorteile von der Fusion. So werde in den Gemeindebüros künftig auch bei längeren Urlauben oder Krankheiten immer jemand erreichbar sein.

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