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Europa leben: Sieben Stunden Musik im Bildungszentrum in Moers.

Interview Stella Louise Göke : Europa leben: Sieben Stunden Musik im Bildungszentrum

Die Sängerin aus Moers ist Frontfrau der neu gegründeten Band „Fire, Rain & Espresso“. Gespielt werden Schlager und Melodien der 30er bis 50er Jahre.

Bei „Europa leben“ wollen Künstler am Samstag, 4. Mai, sieben Stunden lang das Foyer des Hanns-Dieter-Hüsch-Bildungszentrums in eine Tanzhalle verwandeln und mit einer Kombination aus Tango und Akkordeon begeistern. Mit dabei sind „Fire, Rain & Espresso“. Die Kölner Band hat für das von der Enni Energie & Umwelt und der Volksbank Niederrhein gesponserte Konzert ein Programm aus deutschen Melodien, Schlagern und Tanzrhythmen der 30er bis 50er Jahre zusammengestellt. Das ist auch für Frontfrau Stella Louise Göke eine Herausforderung.

Im März haben Sie noch einen Meisterkurs „Deutscher Liedgesang“ absolviert. Jetzt treten Sie bei in Moers mit deutschen Chansons, Liedern, Schlagern der 30er bis 50er Jahre auf. Wie passt das zusammen?

Göke Ich habe den Anspruch an meine Stimme, wie an jedes Instrument, durch technische Perfektion alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Natürlich erfordert ein klassisches Lied eine andere Vorbereitung als das Programm für „Europa leben“. Allerdings würde ich auf das eine wie auf das andere nicht verzichten wollen. Musik ist für mich grenzenlos und die menschliche Stimme bietet als Instrument einen direkten Zugang zu dieser reichhaltigen Welt.

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Mit „Der Mond von Wanne-Eickel“ haben Sie einen sehr ungewöhnlichen Titel im Repertoire. Wie kommt es dazu?

Göke Der Titel war 1962 der letzte große Hit von Friedel Hensch und den Cyprys, abgekupfert vom französischen Plattenerfolg „Un clair de lune a Maubeuge“. Friedel Hensch und die Cyprys gründeten sich 1945, nur so bekamen sie eine der begehrten Theater- und Auftrittslizenzen der Alliierten Militärregierung. Friedel Hensch und die Cyprys blieben dann in wechselnden Besetzungen bis zu ihrem letzen Auftritt 1970 bei Wim Thoelke zusammen. „Der Mond von Wanne-Eickel“ war eigentlich die Sonne, die damals im Ruhrgebiet hinter den Rauchwolken aus den Schloten der Industrieanlagen nur noch als „Mond“ sichtbar war. Wir haben diesen Titel als kleine Reminiszenz an die Geschichte des Ruhrgebiets wieder ausgegraben.

Bei „Fire, Rain & Espresso“ treten Sie mit dem Akkordeonisten Marko Kassl, dem Klarinettisten Robert Beck und Nils Imhorst am Kontrabass auf. Bleibt diese Formation auch über das Konzert hinaus zusammen?

Göke Ja, wir planen eine langfristige Zusammenarbeit. Es ist immer ein Geschenk, mit so großartigen und talentierten Menschen arbeiten zu dürfen. Wir haben alle unsere Wurzeln in der klassischen Musik und freuen uns über Projekte wie „Europa leben“, die den Anstoß geben, uns musikalisch anderweitig auszutoben. Mit so guten Musikern ist das genre-übergreifende Arbeiten immer ein schönes und hoffentlich auch erfolgreiches Abenteuer.

Bei „Europa leben“ treten vier Interpreten in drei Abschnitten jeweils eine halbe Stunde im Hanns-Dieter-Hüsch-Bildungszentrum in Moers auf – in wechselnder Reihenfolge jeweils von 15.30 bis 17.30 Uhr, von 18 bis 20 Uhr und von 20.30 Uhr bis 22Uhr. Der Eintritt ist dank der Enni Energie & Umwelt und der Volksbank Niederrhein als Sponsoren frei.