Moers: Erster Schritt zur Innenstadtumgehung

Moers: Erster Schritt zur Innenstadtumgehung

Der Rat hat eine Satzung beschlossen, die der Stadt ein Vorkaufsrecht an Grundstücken im Bereich zwischen Mühlenstraße und Baeler Straße sichert. Pläne für das sogenannte Moerser Rund existieren seit mehr als zehn Jahren.

Die Pläne sind wichtig für die Zukunft, für den Fluss des Innenstadtverkehrs. Und trotzdem hat die Politik sie in den vergangenen Jahren aus den Augen verloren. 2006 hat der Stadtrat das inzwischen weiterentwickelte "moersKonzept/masterplan innenstadt" als verbindlichen Handlungsrahmen für die Innenstadtentwicklung beschlossen.

Ein wichtiger Bestandteil des Konzeptes war und ist die Entlastung der Innenstadt vom Durchgangsverkehr durch eine verbesserte Umfahrung - das sogenannte Moerser Rund. Um Letzteres realisieren zu können, muss die Stadt Privatgrundstücke ankaufen, die ihr bislang aber noch nicht gehören.

Der Stadtrat hat jetzt eine Satzung beschlossen, die der Kommune ein Vorkaufsrecht an Grundstücken zwischen Mühlenstraße und Baeler Straße sichert.

"Durch diese Satzung können wir endlich ein bisschen besser auf diesen Bereich gucken", sagte CDU-Fraktionschef Ingo Brohl. "Das heißt aber nicht, dass wir automatisch mitbekommen, wenn ein Grundstück verkauft wird. Die Frage ist, warum wir uns erst jetzt damit beschäftigen."

Der Geltungsbereich umfasst im Wesentlichen Teile der Mühlenstraße und der Rheinberger Straße sowie das Siedlungsgebiet nördlich beziehungsweise westlich der Straßen. Dort befinden sich ein Autohaus, eine Kfz-Werkstatt sowie drei Wohn- und Geschäftshäuser.

Die Verwaltung habe seinerzeit im Zuge des Masterplan-Prozesses Verhandlungen mit den damaligen Eigentümern geführt - ohne Erfolg, erinnerte sich Mark Rosendahl (SPD). Danach sei das Thema aus dem Blick geraten. "Die Satzung ist deshalb ein Schritt nach vorne." Einzelratsmitglied Gabriele Kaenders (Linke) riet in diesem Zusammenhang zur Sensibilität gegenüber den Geschäftsinhabern. Wer in diesem Bereich jetzt umbaue und möglicherweise viel Geld investiere, müsse über das Vorhaben der Stadt informiert sein, sagt sie.

Der Plan sieht unter anderem vor, dass der Neue Wall im Bereich Königssee bis zum Königlichen Hof für Autos und Lkw gesperrt wird. Um die Leistungsfähigkeit der Nord-Süd-Verbindungen im Stadtgebiet nach der Sperrung zu erhalten, wurde der Bereich Klever Straße/Homberger Straße und Xantener Straße/Essenberger Straßen in den vergangenen Jahren ausgebaut.

Die Neugestaltung des Kreuzungsbereiches Mühlenstraße/Baerler Straße sei ein weiterer wichtiger Beitrag, sagt die Stadt. Heute gibt es zwischen Mühlenstraße und Baerler Straße im Bereich Rheinberger Straße einen Einmündungsversatz von circa 50 Metern, der dazu führt, dass der Verkehr in West-Ost-Richtung schlecht fließt. Um die Situation zu verbessern, soll die Verkehrsführung an dieser Stelle neu gestaltet werden.

Die bisherigen Überlegungen sehen einen Verschwenk der Mühlenstraße um circa 50 Meter nach Norden über verschiedene private Flurstücke vor. Am Ende des Umbaus soll eine neue Kreuzung Baerler Straße/Rheinberger Straße/Mühlenstraße stehen. Konkrete städtebauliche Ziele für das Gebiet "Mühlenstraße/Baerler Straße" und eine detaillierte Verkehrsplanung gibt es noch nicht.

Derzeit werde vonseiten der Verwaltung das "moersKonzept Innenstadt 2017" erstellt, das auf neue Entwicklungen eingehen und auch bisherige Maßnahmenvorschläge kritisch auf den Prüfstand stellen soll, sagt Planungsdezernent Thorsten Kamp.

Ziel sei nach wie vor die Entlastung der Innenstadt anhand des Moerser Rund. "Diese Baumaßnahme ist weiterhin notwendig, um den Verkehr in und um die Moerser Innenstadt auch unter den zu erwartenden steigenden Verkehrsbelastungen in der Zukunft leistungsfähig zu halten."

(RP)