Neukirchen-Vluyn: Erster Führerschein mit drei

Neukirchen-Vluyn: Erster Führerschein mit drei

Rund 20 Kinder trainieren in der Neukirchener Dörpfeldschule mit ihren Bobby-Cars erste Verkehrsregeln. Am morgigen Freitag wird es ernst, denn dann kommt Verkehrspolizist Klaus Thiel zur Bobby-Car-Führerscheinprüfung in die Schule. Die Kinder sind schon aufgeregt

Anja Reimann vom SV Neukirchen setzt spielerisch auf Verkehrsfrüherziehung und kann auf professionelle Unterstützung bauen. Zum dritten Mal bietet der Verein Kindern im Alter von 2 bis 5 Jahren ein Training in der Turnhalle der Dörpfeldschule an. Momentan laufen zwei Kurse. Der Spaß ist den Kindern mit ihren roten Bobby-Cars anzumerken. "Wir begrüßen alles, was Eltern und Vereine unternehmen, um ihre Kinder altersgemäß auf den Straßenverkehr vorzubreiten", meint Josef Wißen, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Wesel. Das Bobby-Car-Projekt sieht er positiv. "Trotz bestandener Prüfung dürfen Eltern ihre Kinder nicht überschätzen, sondern bleiben in der Pflicht aufzupassen."

Drei Mal haben sich die begeisterten Bobby-Car-Fahrer schon getroffen. Übungsleiterin Anja Reimann hat die Turnhalle in einen spannenden Parcours verwandelt und mit mehreren Stationen ausgestattet. Geschickt werden Pylone umkurvt, unebene Flächen befahren. Das Durchfahren eines Tunnels soll mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen vertraut machen. Mut zeigen die Kinder, wenn es über die mannshohe schiefe Ebene Richtung Matten nach unten geht.

Führerschein

Kindliche Motorik und das soziale Miteinander werden vom Bobby-Car-Sitz aus spielerisch trainiert. An oberster Stelle der Verkehrsfrüherziehung steht jedoch das rasche Reagieren auf Ampelzeichen und Kommandos. Beispielsweise das sofortige Halten, wenn Anja Reimann das rote Ampelmännchen in die Höhe hält. Erst wenn das grüne Ampelmännchen erscheint, setzt sich die Kolonne der Bobby-Car-Fahrer wieder in Bewegung.

Anika Bartolucci (3,5 Jahre) kann die wöchentlichen Treffen kaum erwarten. "Sie freut sich natürlich auf die anderen Kinder und findet es toll", meint Vater Sandro, der bereits erste Lerneffekte festgestellt hat und von hohem Nutzen spricht. "Anika hat schon vieles umgesetzt. Wenn wir mit dem Auto unterwegs sind, weiß sie, was die roten und grünen Ampelzeichen bedeuten." Diese Form der Verkehrsfrüherziehung begrüßt er, "weil die Kinder Verkehrsteilnehmer sind und es wichtig ist, dass wir als Eltern sie früh an erste Regeln gewöhnen." Ähnlich argumentiert Pamela Schönborn. "Gespannt ich, wenn mein Sohn Felix den Verkehrspolizisten kennen lernt", meint die Moerserin.

Mit ins Boot geholt hat sich Anja Reimann wieder die örtliche Polizei. Verkehrspolizist Klaus Thiel wird die Fahrprüfungen begleiten. "Die spielerische Verkehrsfrüherziehung ist sinnvoll, denn sie setzt bereits im Kindergartenalter an und legt wichtige Grundsteine. Unfälle mit Kinder sind grausam. Die Zahl ist im Kreis Wesel leider steigend." Am Freitag wird er die original Bobby-Car-Führerscheine mit Foto, Polizei- und Vereinsstempel austeilen.

(RP)