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Erster Corona-Fall im Kreis Wesel: Frau in Kamp-Lintfort ist an Virus erkrankt

Erster bestätigter Fall im Kreis Wesel : Frau in Kamp-Lintfort an Corona-Virus erkrankt

Der Kreis Wesel hat am Freitagabend einen ersten Erkrankungsfall mit dem Coronavirus (Covid 19) gemeldet. Betroffen ist eine Mitarbeiterin des St.-Bernhard-Krankenhauses Kamp-Lintfort. Dagegen gab es im Falle eines Neukirchen-Vluyners Entwarnung: Sein Testergebnis war negativ.

Der Fachdienst Gesundheitswesen des Kreises Wesel hat am Freitagabend den ersten Erkrankungsfall mit dem Coronavirus gemeldet. Betroffen ist eine Mitarbeiterin der Verwaltung des St.-Bernhard-Hospitals Kamp-Lintfort. Um die Mittagszeit sei durch Ergebnisse eines Labortest bestätigt worden, dass es sich um eine Covid--19 Infektion handle. Es ist der erste Fall im Kreis.

Der Kreis hat einen Krisenstab einberufen. Das Verwaltungsgebäude sei vom Krankenhausbetrieb räumlich vollständig getrennt, ein Kontakt der Mitarbeiterin mit Patienten habe nicht stattgefunden. Nach Angaben des Kreises hatte die Frau am 22. Februar Kontakt zu einer Freundin in Heinsberg, die zu diesem Zeitpunkt gesund gewesen sei: „Die Mitarbeiterin nahm am Montag, 24. Februar, wieder ihren Dienst in der Verwaltung auf und war beschwerdefrei. Über ihre Freundin erfuhr sie dann am Donnerstag, 27. Februar, dass diese im Rahmen der Heinsberger Untersuchungsreihe positiv auf Corona-Viren getestet worden sei. Die Mitarbeiterin informierte unverzüglich die Geschäftsführung des Hospitals, die über den Betriebsarzt sofort einen Kontrollabstrich durchführen ließ.“

Die Frau sei umgehend in häusliche Quarantäne geschickt und ihre Kollegen über die möglichen Symptome einer Infektion und Schutzmaßnahmen informiert worden. Mit dem Bekanntwerden des positiven Befundes sei das Gesundheitsamt informiert und gemeinsam über die zu treffenden Maßnahmen und das detaillierte Vorgaben beraten worden.

In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt seien die direkten Arbeitskollegen der Frau in der Personalabteilung, getestet und für die kommenden 14 Tage in häusliche Quarantäne geschickt worden, teilte der Kreis weiter mit. Mögliche Kontakte zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die patientennah tätig sind, seien überprüft worden und könnten nach jetzigem Stand ausgeschlossen werden. „Uns ist wichtig, dass die Mitarbeiterin keinen Kontakt zu medizinischem Personal und Patienten im Hospital hatte,“ sagte Dr. Wilhelm Kirschke, Ärztlicher Direktor. Das Krankenhaus habe sich durch viele Maßnahmen auf einen solchen Fall vorbereitet. Dazu gehörten unter anderem ein eigenes Hygiene-Team und die Festlegung der Abläufe. „Hier im Haus weiß jeder, was zu tun ist“, sagte Geschäftsführer Josef Lübbers. „Wir waren vorbereitet.“

Für die kommenden 14 Tage sind Kontakte zu allen Verwaltungsbereichen des Krankenhauses ausschließlich telefonisch oder per Mail möglich. Der Krisenstab des Kreises Wesel wurde um 16 Uhr einberufen. Der Fachdienst Gesundheitswesen ermittelt derzeit alle Kontaktpersonen. Die bisher ermittelten Kontaktpersonen befänden sich alle in häuslicher Absonderung.

Entwarnung gab es dagegen im Fall eines Neukirchen-Vluyners, der am Mittwoch im Bethanien-Krankenhaus Moers untersucht worden war. Das inzwischen vorliegende Testergebnis habe keine Ansteckung mit dem Corona-Vorus belegt. „Der Fall in Moers galt nach Definition des Robert-Koch-Instituts zu keinem Zeitpunkt als begründeter Verdacht“, teilte der Kreis mit. Ein begründeter Verdachtsfall bestehe dann, wenn ein Patient die entsprechenden Symptome zeige und sich entweder in den letzten 14 Tagen in einer vom Coronavirus betroffenen Region aufgehalten hat oder in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einem nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen hatte.