Moers: Entscheidung noch offen

Moers: Entscheidung noch offen

Die evangelische Kirchengemeinde Repelen traf keine endgültigen Entscheidungen über die beiden Pfarrstellen.

Eigentlich hatte die Versammlung der evangelischen Kirchengemeinde Repelen ja im örtlichen Gemeindehaus stattfinden sollen, doch dann war man wegen des großen Besucherandrangs kurzfristig in die Kirche umgezogen. Der hauptsächliche Grund für das große Interesse war die Nummer Vier der angekündigten Tagesordnungspunkte, die Reduzierung der bisher zwei evangelischen Pfarrstellen in Repelen auf zukünftig nur noch anderthalb.

Wie in vielen anderen Gemeinden muss angesichts der abnehmenden Mitgliederzahlen auch in der evangelischen Gemeinde Repelen der Rotstift angesetzt werden. Allein die Rücklage für den Erhalt der diversen Gemeindegebäude verschlingt jährlich fast 60 000 Euro, da galt es zu überlegen, wo man in Zukunft sparen könnte. "An den Pfarrergehältern", war eine der möglichen Optionen. Zurzeit sind mit Jens-Uwe Bratkus-Fünderich und Heinz-Jürgen Wagener zwei hauptamtliche Pfarrer in Repelen tätig. Wenn Pfarrer Wagener in drei Jahren in Pension geht, steht fest, dass seine Stelle nur noch halb besetzt werden wird. Das und die derzeitig ziemlich angespannte finanzielle Lage der Gemeinde hatte die beiden Pfarrer schon jetzt dazu veranlasst, dem Presbyterium eine 25-prozentige Reduzierung ihrer vergüteten Arbeitsleistung anzubieten. Dieses Angebot und seine Folgen standen zur Diskussion. Dazu präsentierten die beiden Pfarrer ihrer Gemeinde zunächst erst einmal einen ausführlichen Überblick über ihre bisherigen Aktivitäten, die unterm Strich für jeden etwa 70 Stunden pro Woche betrugen. Zu viel, um sie in dieser Form demnächst mit nur anderthalb Pfarrstellen abzudecken.

Allgemeines Lob für die Pfarrer

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Auf welche kirchliche Dienstleitung wäre die Gemeinde jedoch in Zukunft am ehesten bereit zu verzichten, oder sie ehrenamtlich in Eigenregie zu übernehmen? Das galt es bei dieser Versammlung zwar nicht sofort zu klären, zumindest aber schon mal mit den Gemeindemitgliedern auszuloten. Deren Wortmeldungen umfassten diverse Vorschläge, die vom Stillhalten bis zur Stunde null und dem sofortigen Verkauf von gemeindeeigenen Immobilien vor allem eine deutliche Betroffenheit, aber auch ein verblüffendes Unwissen über die vielfältigen Arbeitsleistungen ihrer Pfarrer offenbarten.

Das Fazit der von allen Seiten betont sachlich geführten, knapp zweistündigen Veranstaltung war erstens ein allgemeines Lob der Gemeinde für die bisherige Arbeit beider Pfarrer und die konstruktive Bitte einer Wortmelderin um eine detaillierte Liste von Aufgaben, die man den Repelener Pfarrern in Zukunft abnehmen könnte. Eine endgültige Entscheidung wurde am Samstag noch nicht getroffen.

(RP)